Vergeben und Feindesliebe |
Eine der schwersten Überwindungen bei uns Menschen ist es sicherlich, wenn wir unsere Feinde lieben sollen. Warum hat wohl Jesus diese unsagbar schwere Forderung der Feindesliebe aufgestellt?
|
Ich (Jesus) aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf daß ihr Kinder seid eures Vater im Himmel; denn er läßt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Matth. 5,44-45 |
Wie sich in der Seelsorge oft zeigt, ist dies ein fast unüberwindlicher Punkt, wo sehr viele Menschen dran scheitern. Wie ein großer Berg steht die Schuld, was andere einem angetan haben, vor einem. Ständig nagt der Haß an einem, man wird zu einem schwierigen Menschen für die Mitmenschen - und man selbst geht sogar letztlich dabei zugrunde!
Wie befreiend für einen selbst und segensreich für Mitmenschen ist hingegen die Feindesliebe!
Wenn Jesus diese Forderung stellt, dann muß sie auch praktizierbar sein. Obiger Vers besagt ja, daß die Feindesliebe ein KENNZEICHEN eines Gotteskindes ist!
Anders gesagt: Wer ein Kind Gottes ist, bekommt diese göttliche Liebeskraft. Wer eng mit dem Gott der Liebe verbunden ist kann diese Liebe auch weitergeben. Die Bibel spricht sogar von Strömen lebendigen (Segen spendenden) Wassers:
|
Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Joh. 7,38 |
Merken wir etwas? Man kann glauben - aber ohne Kraft sein, weil der Glaube nicht schriftgemäß ist! Gottes Wort spricht aber an vielen Stellen von der Kraft Gottes, die er seinen Kindern gibt, z.B.:
|
Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben. Römer 1,16a Und ob er wohl gekreuzigt ist in der Schwachheit, so lebt er doch in der Kraft Gottes. Und ob wir auch schwach sind in ihm, so leben wir doch mit ihm in der Kraft Gottes unter euch. 2. Kor. 13,4 Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. 2. Kor. 12,9 |
Gerade die letzten zwei Verse zeigen, daß wir äußerlich schwach sein können, aber wenn wir dies demütig aus Gottes Hand annehmen, wird er uns innerlich um so stärker machen.
Das diese Kraft auch heute noch bei demütigen Christen zu finden ist soll folgendes Beispiel zeigen, daß dem Heft "Stimme der Märtyrer Nr. 4/2006 mit freundlicher Genehmigung entnommen ist:
|
Ich will Ihnen von einem Mann erzählen, der mit mir im Gefängnis war. Er war ein Pastor und hieß Demitri. Die Wärter schlugen mit einem Hammer auf seine Wirbelsäule ein. Als sie eine bestimmte Stelle trafen, wurde er gelähmt. Er konnte nur noch seinen Hals bewegen, sonst nichts. |