| Esoterische Medizin von A -Z | |
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Adelgunde Mertensacker
1. Spiritueller Hintergrund esoterischer Medizin
2. Esoterische Diagnose- und Heilverfahren
3. Esoterische Medizin im Urteil der Bibel
Einführung
Das aus dem Griechischen kommende Wort Esoterik bedeutete ursprünglich "okkultes Geheimwissen" eines "Innenkreises", zu dem nur Eingeweihte Zugang hatten. Heute bezeichnet Esoterik eine Vielzahl anti-christlicher Heilslehren und Heilswege, die wie die Fänge einer Krake alle Lebensbereiche durchgreifen, vor allem die Medizin, die nach esoterischer Zielsetzung die Gesellschaft "transformieren", umformen soll, d.h. über esoterische Therapien sollen die Menschen "esoterisiert", an ein esoterisches Lebensgefühl gewöhnt und abhängig gemacht werden.
Die esoterische Medizin umfaßt ein Sammelsurium exzentrischer und heidnischer Diagnose- und Therapieverfahren, die sich von der "Schulmedizin", der an Hochschulen gelehrten “wissenschaftlichen Medizin“, abgrenzen als "alternativ", "komplementär", "naturheilkundliche" oder "ganzheitliche" Heilverfahren.
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts geht die Schulmedizin davon aus, daß Krankheiten natürliche körperliche und psychische Ursachen haben, die mit wissenschaftlichen Methoden erforscht und behandelt werden können. Diese Theorie hat sich weltweit durchgesetzt und u.a. bewirkt, daß die durchschnittliche Lebenserwartung von 30 auf 80 Jahre gestiegen ist.
Die Ärzte vor Beginn des 19. Jahrhunderts waren alle sog. Naturärzte. Sie hatten im Vergleich zur wissenschaftlichen Medizin nur mäßige Erfolge.
Esoterische Medizin nimmt für sich in Anspruch, "natürlich", "sanft", "ganzheitlich", "altehrwürdig", "ohne Nebenwirkungen" und deshalb "gesund" zu sein. Die Schulmedizin dagegen sei "chemisch", "reine Symptombehandlung", "widernatürlich" und deshalb "schädlich". "Zurück zur Natur!" ist die Devise. Diese Parolen werden von allen Medien propagiert, von Fernsehen, Rundfunk, Presse, ja sogar von Fachzeitschriften für Apotheker und Ärzte. Ihr Ansatz sind die Defizite und Grenzen der Schulmedizin, die keineswegs perfekt und ohne Probleme ist.
Die "alte Heilkunde", auf die sich Esoteriker beziehen, ist Erfahrungsmedizin. Sie wurde von Generation zu Generation weitergegeben, ohne kritisch oder wissenschaftlich auf ihre Wirkungen, Nebenwirkungen, Nützlichkeit oder Gefährlichkeit überprüft worden zu sein. Als "Jahrtausende alt" werden Diagnosen und Therapien vorgestellt, die vornehmlich von heidnischen, vor allem fernöstlichen Irrlehren und Religionen (China, Tibet, Japan, Indien) inspiriert sind.
Unter "ganzheitlich" verstehen Esoteriker die "harmonische Verbindung von Gegensätzen" wie Ratio (Vernunft) und Intuition (gefühlsmäßiges Erkennen), Geistiges und Materielles, Mensch und Kosmos usw.
Die Begriffe "gesund" und "natürlich" werden unreflektiert gebraucht, d.h. sie sind nicht einheitlich definiert.
Wissenschaftliche Überprüfungen von "Naturheilmitteln" beweisen, daß diese keineswegs harmlos oder ohne Nebenwirkungen sind, daß sie unwirksam sein können oder nur in bestimmten Konzentrationen wirken, daß sie gesundheitsschädlich, ja sogar hochgiftig sein können.
"Chemische Medikamente", die Arzneimittel der wissenschaftlichen Medizin, unterliegen dagegen in der Regel strenger klinischer Kontrolle, die wirksame und unwirksame, nützliche von schädlichen trennt. Zur Entwicklung eines neuen Medikamentes benötigen die Pharmakonzerne durchschnittlich 10 Jahre.
Die esoterische Medizin entzieht sich ausdrücklich jeder wissenschaftlichen Überprüfung. Sie will "Erfahrungsmedizin" sein und ist damit offen für subjektive Urteile, für Betrug, Scharlatanerie und Irreführung.
Esoterische Heilverfahren sind auch keineswegs ohne Nebenwirkungen. Sie können schwere gesundheitliche Risiken bedeuten und körperliche, geistige, vor allem aber seelische Schäden bewirken.
Renommierte Heilpraktikerschulen wie z.B. die "Paracelsusschulen für Naturheilverfahren", die "offiziellen Ausbildungsstätten des Verbandes Freier Heilpraktiker und Naturärzte" - inzwischen in allen größeren Städten zu finden - bilden angehende Heilpraktiker in folgenden "Naturheilverfahren" aus:
Astrotherapie, Ayurveda, Akupunktur, Traditionelle Chinesische Medizin, Magnetismus und Bioenergie, Irisdiagnose, Yoga, Feng Shui, Qi Gong, Kinesiotherapie, Schamanismus und anderen esoterischen "Heilverfahren".
Der weltanschauliche Hintergrund esoterischer Heiler ist gekennzeichnet von Auswahl-Spiritualität und synkretistischer Vermischung antichristlicher und christlicher Elemente.
Esoterische Medizin umfaßt vor allem drei Grundüberzeugung:
1. Der Mensch kann die Grenzen seines normalen Bewußtseins übersteigen und durch außergewöhnliche Erfahrungen höhere Einsichten und durch Einweihung (Initiation) oder bestimmte Techniken Gesundheit erlangen.
2. Der Mensch kann sein Glück nur in Harmonie mit der Natur und dem Kosmos erfahren.
3. Mit einem "Astralleib" umkleidet, der "feinstoffliche Heilkraft" sammelt, ist der Mensch unsterblich und kann sich in einer Reihe von Re-Inkarnationen (Wiederverkörperungen) vergöttlichen.
Esoterische und christliche Heilslehre sind unvereinbar:
Die Irrlehre von der "kosmischen Energie", die alles durchflute, tritt an gegen den dreieinigen persönlichen GOTT;
die Irrlehre von der Wiederverkörperung gegen Auferstehung und Gericht;
die "Selbsterlösungslehre" gegen die Erlösung durch JESUS CHRISTUS;
die Selbstvergöttlichung gegen die Geschöpflichkeit des Menschen und seine Abhängigkeit von GOTT, seinem Schöpfer;
die ethische Verantwortung vor dem "kosmischen Gesetz" gegen die verbindliche Weisung der göttlichen Gebote;
das "Abtragen von Karma" gegen Reue, Buße und Vergebung durch GOTT.
Der von Esoterikern verkündete "Jesus Christus" ist nicht der Sohn GOTTES, sondern ein falscher Messias, ein "universaler Christus", "die größte, je auf diesem Planeten inkarnierte Seele", "Sonnengeist" oder ein anderer Name für "Heil-Energie".
Das kleine Lexikon "Esoterische Medizin von A - Z" will auf Gefahren aufmerksam machen, in die sich Hilfesuchende begeben, wenn sie sich esoterisch ausgerichteten Heilern, Heilpraktikern, Psychologen, Psychotherapeuten, sog. "Naturärzten" und Schulmedizinern anvertrauen.
Um esoterisch ausgerichtete Therapien beurteilen zu können, ist ein Grundwissen ihres spirituellen Hintergrundes aus Hinduismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Schintoismus, Schamanismus, Spiritismus, Magie, Hexerei und der Heilungsbewegungen unumgänglich.
1. Der spirituelle Hintergrund esoterischer Medizin
Der Hinduismus
Der Hinduismus ist eine der ältesten Religionen. Er hat im Laufe der Zeit zahlreiche Veränderungen von Glaubensvorstellungen und religiösen Praktiken erfahren und begreift sich selbst als "ein großer Ozean", der ohne Probleme auch fremde Glaubensinhalte aufzunehmen vermag.
"Hindu" (persisch) heißt "Inder". "Hinduismus" bezeichnet seit dem 13. Jahrhundert n.Chr. die "Religion der Inder". Sie selbst nennen ihre religiösen Vorstellungen "Sanatana Dharma", das heißt "ewige Lehre" oder "ewiges Gesetz".
Grundgelegt wurde der Hinduismus durch die "Veden", das sind Textsammlungen, die in der Zeit zwischen 1500 bis 900 vor Chr. verfaßt worden sind. "Veda" heißt "heiliges Wissen".
Zwischen 1000 bis 500 v. Chr. wurden den Veden die "Brahmanas", Texte der Brahmanen, hinzugefügt. Der Brahmanismus betont das Opferritual, um aus dem Kreislauf der Wiedergeburten erlöst zu werden. Da die Priester (Brahmanen) unbeschränkte Macht besaßen, wurden sie von den Upanishaden bekämpft. Die bis 200 vor CHR. niedergeschriebenen philosophischen Texte, die "Upanishaden", lehren die Erlösung durch Erkenntnis und die Verneinung der Welt und des Lebens im Gegensatz zu den Veden, die beides bejahen.
Bei aller Vielgestalt des Hinduismus lassen sich doch allen Hindus gemeinsame Glaubensvorstellungen darstellen:
Als Grundlagen ihres Glaubens anerkennen alle Hindus die Veden, das ewige, das ganze Weltall beherrschende Gesetz Dharma, die Gefangenschaft im Kreislauf der Wiedergeburten und als Ziel aller religiösen Bemühungen die Vereinigung von kosmischem Brahman (Ur-sein) und individuellem Sein, dem Atman.
Nach hinduistischer Vorstellung wird jede menschliche Seele nach dem Tod wiedergeboren und zwar - je nach Karma - im Körper einer Pflanze, eines Tieres, eines Menschen oder eines Gottes.
Karma bedeutet "Taten" oder "Werke". Die "Taten" bestimmen das zukünftige Leben. Wer ein gutes Leben geführt hat, wird in einem "besseren Leib" wiedergeboren. Wer ein "ruchloses Leben" geführt hat, wird "den Körper eines Hundes oder Schweines betreten" (Upanishaden-Text).
Der Mensch ist nicht einem blinden Schicksal unterworfen, sondern hat die Gestaltung zukünftiger Leben selbst in der Hand. Er bestimmt sein Karma und damit die Kaste, in der er leben wird, mit ihren je eigenen kultischen und sozialen Vorschriften. Letztes Ziel aller Hindus ist die Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten, die sie als Auflösung des individuellen Seins verstehen, als Zustand des Nirvana, des "Nicht Seins" im kosmischen Ur-sein, dem Brahman. Die Auflösung des individuellen Seins im Nirvana kann auf drei Wegen erreicht werden:
Der "Weg der Werke" ist der älteste hinduistische Heilsweg nach der Weisung der Veden.
Der "Weg der Erkenntnis", gelehrt von Yogi und Swamis (erleuchtete Meister), bewahrt den Menschen vor falscher Lebensweise und führt über die Meditation (Yoga) zur Auflösung.
Der 3. Weg, der "Weg der Hingabe", ist die Verehrung einer bestimmten Gottheit, die Erlösung verspricht, wenn ihr Name ständig wiederholt wird. Diese Übung des "Mantra" versetzt den Menschen in einen Zustand der Glückseligkeit, der Trance, die an körperlichen Erscheinungen gemessen werden kann.
Unter den zahlreichen von den Hindus verehrten Göttern sind drei von besonderer Bedeutung: Brahma, der Schöpfer "Gott", meist mit vier Gesichtern dargestellt; Vishnu (auch in der Erscheinungsform des Krishna), der Bewahrer des ewigen Gesetzes, Retter und Erlöser, oft auf einer Schlange sitzend dargestellt, und Shiva, der Segnende und Zerstörer zugleich, dargestellt mit einem Halbmond in seinen Haaren.
Götter, Geister und Dämonen werden durch Opfer- und Zauberriten beschworen und in Tempeln, Bildern und Symbolen verehrt.
Der indische Volks Hinduismus kennt eine Unzahl von Göttern und verehrt neben ihnen auch Menschen, Tiere, Pflanzen, das Feuer, die Erde und das Wasser der heiligen Flüsse Ganges und Indus.
Als synkretistisches Religionsgemenge erlaubt der Hinduismus dem einzelnen Hindu sowohl den Polytheismus als auch den Monotheismus, den Pantheismus und Atheismus.
Große Bedeutung haben neben den "Priestern", die aus der Kaste der Brahmanen kommen, die "Gurus", geistliche Führer, die nach hinduistischer Vorstellung bereits erlöst sind und deshalb den Weg zur Erlösung am besten weisen können, die Sadhus, auch Fakire genannt, und die Yogi, Mönche, die in Klostergemeinschaften oder Einsiedeleien leben.
Wie die Buddhisten sind auch die Hindus in den westlichen Ländern aktiv missionarisch tätig. Der größte Hindu-Tempel Europas wurde in Hamm (Westfalen) gebaut.
In der esoterischen Medizin nimmt der Hinduismus vor allem in der Transzendentalen Meditation, beim Yoga und im Ayurveda einen festen Platz ein. Daneben sind zahlreiche Heilverfahren von hinduistischen Irrlehren inspiriert und durchsetzt.
Buddhismus
Der Gründer des Buddhismus, Prinz Siddharta Gautama (um 557 - 477 v. Chr.) lebte in Indien (heute Nepal).Weil er unter der hinduistisch brahmanischen Lehre vom Karma und dem Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) litt, verließ er mit 29 Jahren Frau und Kind und suchte die Einsamkeit auf, um Erlösung aus dem Samsara zu finden. In der "Nacht der Erleuchtung" wurde ihm die Antwort geoffenbart, die er als Buddha (der Erwachte, der Erleuchtete) verkündete:
Das gesamte irdische Leben bringe Leid: Geburt, Tod, Alter, Liebe, Haß und Hoffnung. Ursache des Leides sei die "Anhaftung an die Welt". Die Erlösung bestehe im absoluten Gleichmut, in der Überwindung aller positiven und negativen Leidenschaften und der Unwissenheit. Zu diesem Ziel führe der sog. Achtfache Pfad: Die Erkenntnis der "Vier edlen Wahrheiten", d.h. die Erkenntnis der Vergänglichkeit und Leere, die rechte Moral: Wohlwollen und Güte und die rechte Meditation.
Vor allem in der Meditation müsse der Mensch die Nichtigkeit seines Lebens erkennen und durch Askese seinen Willen zum Leben und sein Ich Bewußtsein ersticken, sich selber also vernichten, um in die ewige Ruhe des Nirvana eingehen zu können, in das unpersönliche All.
Seit seiner Frühzeit hat der Buddhismus zahlreiche Veränderungen erfahren, wurde von den Buddha-Jüngern entweder als Lehre verstanden (Ceylon, Birma, Siam) oder als Kult, der Buddha vergöttlicht, ihm Tempel baut, in Figuren darstellt und in zahlreichen Kulten anbetet. In Indien wurde der Buddhismus mit dem Hinduismus gemischt, in China mit dem Taoismus, Konfuzianismus und den alten Naturreligionen, in Japan mit dem Shintoismus und in anderen asiatischen Ländern mit den jeweiligen polytheistischen Volksreligionen.
Im 1. Jahrhundert n. Chr. zerfiel der Buddhismus in die beiden großen Gruppen des Hinayana (Kleines Fahrzeug) und des Mahayana (Großes Fahrzeug).
Der Mahayana Buddhismus verehrt zahlreiche Götter und glaubt an die Wiedergeburt auch der Bodhisathvas, der Vollendeten, die als Erlöser die Massen zu belehren haben (China, Korea, Japan).
Im Westen wurde durch den Dalai Lama der tibetische oder "tantrische" Buddhismus (Lamaismus) verbreitet. Dieser verspricht seinen Anhängern, Erleuchtung in einem einzigen Leben erlangen und damit aus dem Kreislauf der Wiedergeburten aussteigen zu können.
Was der Buddhismus lehrt, ist nicht Licht, sondern Finsternis, Verachtung der Welt und Verneinung des Lebens. Christentum und Buddhismus sind durch eine unüberwindbare Kluft getrennt:
Der Buddhist kennt den persönlichen GOTT nicht, den Schöpfer Himmels und der Erde, er kennt die göttliche Offenbarung nicht, den göttlichen Erlöser nicht und nicht die Glaubenswahrheiten, die dem Menschen von GOTT zur Entscheidung vorgelegt sind, damit er mit ihrer Bejahung und Befolgung das höchste Ziel erreicht: Das ewige Leben in der Gemeinschaft mit GOTT.
Für den Buddhisten ist das Nichts Basis aller Existenz. Für den Christen ist es das Sein.
Der Buddhist hat kein Verständnis für die grundlegenden christlichen Begriffe wie Seele, Gewissen, gut und böse, Sünde und Gnade.
Esoterische Heiler mischen buddhistische Elemente in ihre Heilverfahren: Die Irrlehre von der Wiedergeburt, der Selbsterlösung und die Erleuchtung das Buddha Erlebnis als erstrebenswertes "heilbringendes" Ziel.
Die Missionsarbeit der Buddhisten, der Personenkult um den Dalai Lama und mangelndes Glaubenswissen haben das Denken vieler Christen von Grund auf verändert.
Taoismus
Taoismus ist die Lehre Laotses vom rechten Weg des Menschen nach dem ewigen Naturgesetz, dem Tao.
Li Bej jang - mit dem Ehrentitel Lao tse - lebte zwischen 570 und 490 vor Chr. in China. Seine Lehre schrieb er nieder im Dau dej djing, dem Buch "vom Weltgrund und der Tugend". Dau ist gleichbedeutend mit Tao und bezeichnet das Urwesen, das Weltgesetz, Ausgang, Weg und Ziel allen Weltgeschehens, nicht wahrnehmbar, weil "ätherhaft" beschaffen.
Nachdem sich der Taoismus mit Zauberei, Wahrsagerei, Alchemie und Astrologie verband, wurden in ihm seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. auch zahlreiche Götzen verehrt.
Bis heute ist die Volksreligion Chinas ein Gemisch von alten religiösen Vorstellungen, verbunden mit Schintoismus, Taoismus, Konfuzianismus und Buddhismus, die zugleich spirituelle Grundlage der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sind.
Konfuzianismus
Konfuzianismus ist die Lehre des Kung fu tse = Meister K'ung, der als Zeitgenosse Lao tses von 551 - 479 v. Chr. in China gelebt hat.
Nach Konfuzius (latinisiert) ist das All mit sämtlichen Einzelerscheinungen von der Kraft Tao durchdrungen. K'ung lehrte:
Der Mensch ist von Natur aus gut. Wenn er durch seine Leidenschaften oder Verführungen verdorben worden ist, kann ihn die Pflege des "tao" wieder auf den rechten Weg zurückführen.
Konfutse fordert Unterordnung und Harmonie mit den kosmischen Gesetzen, deren Ordnung abhängig ist von der Erfüllung täglicher Pflichten. Übeltäter stören die kosmische Ordnung. Ziel der Menschheit ist "das goldene Zeitalter", in dem alle Menschen Tschung Yung, die "richtige Mitte" leben, d.h. in Harmonie mit dem Kosmos und untereinander.
Später verschmolz der Konfuzianismus mit der alt chinesischen Vorstellung, alle Naturvorgänge ließen sich aus dem Zusammenwirken der beiden kosmischen Kräfte Yang und Yin erklären. Yang sei die männliche Kraft der Helligkeit, Wärme, Trockenheit und Höhe, Yin die weibliche Kraft der Dunkelheit, Kälte, Nässe und Tiefe.
Die Irrlehre von Yang und Yin ist wesentliches Element zahlreicher esoterischer Heilverfahren.
Schintoismus
Das japanische Wort Schin-to bedeutet "Weg der Ahnen" und "Weg der Götter". Diesen Weg als Vorbild zu gehen, ist das Ideal der Schintoisten. Sie verbinden Ahnen, Götter, Natur- und Heldenkult. Die Schintoisten kennen 800 Myriaden Götter. Alles ist von ihnen bewohnt und wird verehrt, selbst triviale Gebrauchsgegenstände des Alltags von der Nähnadel bis zum Abort. Neben den Berg-, Fluß-, Erd-, Berufs-, Tier-, Pflanzen- und anderen Göttern kennen die Schintoisten harmlose und böse Geister. Menschen, die Großes für ihr Volk getan haben, Nationalhelden, Kriegshelden, Rebellen können in die Welt der Götter aufsteigen, ebenso Schamanen und "Heiler".
Schamanen heilen Krankheiten durch besondere Reinigungsrituale, da jede Krankheit als Folge böser Taten gedeutet wird. Als "Heiler" bringen sie die göttliche Lebenskraft zurück, die nicht mehr wirken kann, wenn Sünden den Spiegel der Seele wie Staub bedecken, durch den die Strahlen der "göttlichen" Sonne nicht mehr dringen können.
Schamanen rufen, gestützt von Trommeln und Glocken, die Seelen der Ahnen herbei, sagen die Zukunft voraus und setzen bei ihren Ritualen Farben ein:
Rot als Farbe der Harmonie und der Priester. Weiß bedeutet Ekstase und Vereinigung mit den Schutzgöttern, gelb schöpferische Kraft. Blau ist die Farbe der Lebenskraft, und schwarz symbolisiert den Ur-Anfang und das Paradies. Schintoisten fühlen sich Pflanzen und Tieren verwandt. Mit ihnen suchen sie Harmonie und mystische Verbindung. Den Ahnen bauen sie Opferaltäre, Schreine und Tempel. Familien und Sippen Ahnen werden um Hilfe und um Vergebung der Sünden angerufen.
Göttliche Verehrung wird auch dem Kaiser erwiesen, der als Nachkomme der Sonnengöttin gilt. Er ist "Mikado" = die hohe Pforte, "Himmelskönig" oder "Tenno" = Himmelsherr. Der Kaiserpalast und die Kaisergräber gelten als Heiligtümer.
In den Göttertempeln werden die als anwesend gedachten Götter unter Symbolen dargestellt: Spiegel, Schwerter, grüne Zweige u.a. Ihnen werden von den "Kanuschi", den Götterbeamten, in langwährenden Zeremonien vor allem Geld und Nahrungsmittel als Opfer dargebracht.
Seit dem 6. Jahrhundert n. Chr. wurde der Schintoismus gemischt mit buddhistischer und taoistischer Spiritualität. Bis heute gehören die meisten Japaner mehreren Religionsgemeinschaften gleichzeitig an.
Schintoistische Elemente finden sich vor allem in schamanischen und magischen Heilverfahren.
Schamanismus
Der Schamanismus ist keine Religion, sondern ein Geisterkult. Schamanismus beruht auf der Erfahrung, daß von Geistern in Besitz genommene Menschen paranormale Erkenntnisse und Fähigkeiten zeigen und in ekstatischen Zuständen (Trance) Geister in ihren Dienst zu stellen vermögen.
In heidnischen Kulturen nehmen Schamanen (Männer und Frauen) von der Frühzeit an als Mittler zwischen Menschen und Geistern eine zentrale Stellung ein. Sie haben vor allem die Aufgabe, Krankheiten zu heilen, die - so der Glaube - von bösen Geistern bewirkt worden sind, nachdem sie die Seele des Patienten in Besitz genommen haben. Schamanen versuchen als "Geistheiler" die Seele des Kranken in den Körper zurückzuführen durch Verhandeln mit den Geistern, durch List und Versprechen von Opfergaben, oder die Krankheitsgeister aus dem Körper zu vertreiben und zu bannen.
Schamanen werden "berufen" und "eingeweiht":
In der Regel zeigt sich schon in der Kindheit, ob jemand zum Schamanismus berufen ist. Er leidet unter der sog. Schamanenkrankheit: Fieberanfälle, ekstatisches Tanzen bis zur Erschöpfung, Visionen von Quälgeistern in Tiergestalt, unartikulierte Schreie und andere Merkmale bzw. Symptome, wie sie auch bei Besessenen beobachtet werden.
In tiefer Bewußtlosigkeit (Trance), Bewegungslosigkeit oder Starre erlebt der Berufene seine Entführung in die Unterwelt, wo sein Körper in grausamster Weise zerstückelt, neu zusammengesetzt und mit "neuen Augen" ausgestattet wird. Der Schamane vermag mehr und anders zu sehen als der gewöhnliche Mensch.
Sobald der Berufene erwacht, folgt eine mehrjährige Ausbildung bei einem erfahrenen Schamanen und durch Geister, die sich als "Herren" von Pflanzen und Tieren vorstellen und die Unterscheidung verschiedener Krankheitsgeister, d.h. Diagnose und Heilverfahren lehren.
Bei der Einweihung (Initiation) geschehen die Übertragung der Heilkraft und anderer paranormaler Fähigkeiten und die "Possession", die Inbesitznahme des Schamanen durch seinen "Schutz oder Heilgeist", der sich eines oder mehrerer Hilfsgeister bedienen kann.
Nach der Initiation wird der Schamane als Doppelnatur verehrt und geachtet, halb Mensch, halb Geist und ausgestattet mit Fähigkeiten, wie sie bei Besessenen beobachtet werden: Hellsehen, Vorausschau und Rückschau in die Vergangenheit, Telepathie, Visionen, übermenschliche Kräfte und wunderbare Heilfähigkeit.
Schamanen beherrschen die "kontrollierte Ekstase", d.h. sie können die Trance herbeiführen und auch beenden. Hilfen zur Auslösung sind aufreizende Instrumente wie Trommeln und Rasseln, gleichförmige Körperbewegungen, Hyperventilation, Fasten, monotones Rezitieren bestimmter Wörter, Meditation bzw. Konzentration auf die Kontaktaufnahme mit Geistern, rasende Tanzerei, Drogen, Alkohol, Halluzinogene und andere Gifte.
In Seancen, den Heilungsritualen, tragen Schamanen die Tracht und Maske ihres "Schutzgeistes", entweder ein Elch-, Hirsch- oder Ren- Kostüm mit Geweihstangen als Kopfaufsatz oder ein Vogelkostüm mit Federn, langen Stoff oder Lederstreifen und klirrenden Glasperlen am Schuhwerk.
Augenzeugen berichten übereinstimmend, daß sie die Seancen als beklemmend, düster, unheimlich erlebt haben und die Schamanen als gequälte, ernste, leidende, versklavte Menschen, in ständigen Erschöpfungszuständen, hager, introvertiert und ausgesprochen finster.
Der Schamanismus wird hauptsächlich in Nord- und Zentral- Asien, Nord- und Südamerika, Ozeanien, Australien und Afrika praktiziert - mit zahlreichen lokalen Modifikationen.
In Deutschland wird er seit den 1980er Jahren von esoterischen Heilern als Diagnose und Heilverfahren angewandt mit wachsender Bedeutung. Die Zahl schamanischer Zirkel ist kaum noch zu überschauen.
Spiritismus
Das Wort Spiritismus leitet sich ab aus dem lat. "spiritus" (Geist) und bezeichnet den Verkehr mit Geistern und Verstorbenen, Geisterglaube und Geisterkult. Spiritismus ist so alt wie die Menschheit, läßt sich in allen Kulturen nachweisen und wird auch heute noch ausgeübt von Schamanen, Medizinmännern, Zauberern, Hexen, Yogis, Fakiren und im Westen von Esoterikern, Okkultisten und Satanisten.
Spiritismus wird bereits im Alten Testament und anderen historischen Dokumenten belegt:
Saul befahl der Spiritistin von Endor: "Hole mir Samuel herauf!" Als die Frau den Samuel erblickte, schrie sie laut auf .... und sprach zu Saul: "Ein gottähnliches Wesen sehe ich aus der Erde aufsteigen..." (1. Sam 28).
Valenz, der oströmische Kaiser (364-378 n. Chr.) ließ die beiden Spiritisten Hillarius und Patricius hinrichten, weil sie zu ermitteln versucht hatten, wann er sterben und wer sein Nachfolger sein würde. Unter Folter gestand Hillarius: "Wir fertigten ein hölzernes Tischlein an und stellten es in einen Kessel hinein, auf dessen Rand die Buchstaben des Alphabetes eingraviert waren. Auf unsere Frage rührte das Tischlein an die Buchstaben in der Reihenfolge, aus der sich die Antwort ergab. Als wir die Frage aufwarfen, wer dem erhabenen Valenz in der Herrschaft folgen würde, kamen die Buchstaben T H E O. Kaum war der letzte Buchstabe erschienen, als einer der Anwesenden ausrief, das sei Theodorus, worauf wir überzeugt waren, daß dieser es sei und dann unsere Fragen einstellten" (R. Kriese, Okkultismus im Angriff, S. 117).
Dieses "Tischerücken" wird heute noch praktiziert:
In einem Schreiben aus dem Jahr 2003 an die Vereinigung zum Schutz schwacher und hilfloser Menschen berichtet H. Fischer:
"Ein kleines rundes Tischchen, welches an einem Bein einen Bleistift angebunden hatte, wurde auf ein Blatt Papier auf einem größeren Tisch gestellt, Wir vier Teilnehmer mußten nun unsere Hände über das kleine Tischchen halten und zusammen immer denselben Spruch wiederholen. Als das Tischchen plötzlich anfing, sehr heftig zu zittern und ein elektrischer Stromschlag durch meine Hand fuhr, bekam ich Panik und betete inbrünstig ein Ave Maria. Sofort hörte das Tischchen auf zu rücken und blieb den ganzen Abend still, obwohl es die anderen Teilnehmer immer wieder versuchten. Auf dem Nachhause Weg hörte ich laute, schrille, kreischende, aber auch dumpfe Stimmen. Ich fragte meinen Mann, der mich mit dem Auto abgeholt hatte, ob er diese Stimmen auch höre. Er verneinte. Diese Stimmen waren so fürchterlich, daß ich dachte: Ich werde wahnsinnig. Das halt ich nicht mehr aus, wenn das so weitergeht. Ich begann flehentlich zu beten. Nach einer Stunde etwa waren die Stimmen nicht mehr zu hören" (Archiv).
Dem Tischrücken ähnlich sind das Glasrücken, das automatische Schreiben (bei dem die Hand eines Mediums zum Schreiben gezwungen wird), das Pendeln und "Rutengehen". Andere spiritistische Phänomene sind: Telekinese (Fernbewegung von Gegenständen, ohne sie zu berühren), Astral-Reisen (Exkursion der Seele aus dem Körper in eine "feinstoffliche Welt"), Translokation (plötzliches Verschwinden einer Person und Auftauchen an einem anderen Ort), Apporte (plötzliches Auftauchen von Gegenständen), Deporte (plötzliches Verschwinden), Levitation (Schweben und Fliegen), Spuk-Erscheinungen (Poltergeister), Konversation mit Geistwesen, Visionen (Erscheinungen von Geistern), Audition (Hören von Stimmen) und automatisches Sprechen (Glossolalie=Zungenreden), Phänomene, die auch bei Besessenen beobachtet werden.
Allen spiritistischen Praktiken gemeinsam ist die Erfahrung, daß der Mensch mit Geistern in Verbindung treten und über physikalische Medien (Tisch u.a.) oder "sensitive" Menschen Mitteilungen von Geistern erhalten kann.
Spiritismus zeigt sich in vielen Ausprägungen: Vom Schamanismus der Sammler und Jäger über Nekromantie (Totenbefragung) der alten Griechen bis zum Umbanda- und Macumba-Kult in Brasilien heute.
Über die Esoterik ist der Spiritismus in unserer Zeit zu einer Massenbewegung geworden. In der esoterischen Medizin werden Geister verstorbener Heiler beschworen (Bruno Gröning u.a.), mit Hilfe von Geistern werden Operationen durchgeführt (Geist-Chirurgie), über Glossolalie (Zungenreden) und Xeno-Glossie Botschaften in Fremdsprachen empfangen und "Heilkräfte" von einem Geistführer" über einen "Heilungskanal" (Heiler) vermittelt.
Spiritistische Praktiken führen zu schweren seelischen Störungen, Verwirrtheits-Zuständen, Psychosen, Persönlichkeitsspaltungen und nicht selten zu Umsessenheit und Besessenheit. Eine Form des Spiritismus ist der Spiritualismus, der ausschließlich die Geister biblischer Gestalten und großer religiöser Persönlichkeiten (Heilige) beschwört und in seinen Dienst stellt und Heilungen dem HEILIGEN GEIST als "Heilgeist" zuschreibt.
Magie, Fetischismus, Hexerei
Eine wachsende Zahl von Menschen setzt ihre Hoffnung in Krankheit und Leid auf magische Praktiken. Das Wort "Magie" leitet sich vom griechischen "mageia" ab und bedeutet "Zauberkunst".
Nach magischen Vorstellungen ist die belebte und unbelebte Natur von verborgenen, übernatürlichen Kräften, von Geistwesen bewohnt, die positiv oder negativ wirken und vom Menschen in den Dienst genommen werden können. "Heil-Magie" ist eine Handlung dann, wenn sie die übersinnliche Welt beeinflussen, sie lenken und dienstbar machen will, um Krankheiten zu heilen. Esoteriker üben Heil-Magie aus, wenn sie über "kosmische Heil-Energie", über "feinstoffliche" Strahlen, Schwingungen, Vibrationen mittels bestimmter Techniken verfügen wollen (Reiki, Geistheilung u.a.).
Der "Fetischismus" schreibt leblosen oder künstlich hergestellten Gegenständen, Figuren (in Menschengestalt) oder Steinen außerordentliche Kräfte als Wohnstätte von Geistern zu:
Amulette (Anhänger mit Geheimzeichen) und Talismane (Bilder oder Gegenstände, oft am Körper getragen) sollen Unglück abwehren, "Kettenbriefe" (auch als "Gebetsbriefe" getarnt), "Himmelsbriefe" und "Himmelsbotschaften" Glück und Erfolg bringen, "Besprechungen" (Brauchung, Böten) Krankheiten heilen, "Beschwörungen" böse Geister bannen, "Verwünschungen" Menschen Schaden zufügen, durch "Liebeszauber" Liebe gewonnen, durch "Abwehrzauber" schädigende Einflüsse unwirksam gemacht, durch "Analogiezauber" zahlreiche Ziele erreicht werden: Wasser ausschütten z.B. soll Regen hervorbringen, das Durchbohren eines Fotos oder Bildes dem Abgebildeten den Tod bringen usw.
Unter den "Zaubersprüchen" und Sammlungen von Anleitungen zu Magie und Zauberformeln sind "das 6. und 7. Buch Mosis" aus dem 16. Jahrhundert am bekanntesten. Mit den "fünf Büchern Moses" des Alten Testamentes hat dieses Zauberbuch nichts gemein.
Verführte Menschen entschuldigen ihr magisches Tun oder die Inanspruchnahme magischer Praktiken mit der Erklärung, es handle sich ausschließlich um "Weiße Magie", die nur Gutes bewirken wolle. Die "Schwarze Magie" dagegen bediene sich der Dämonen, um Schaden zuzufügen.
"Weiße Magie" tarnt sich nicht selten religiös und ist deshalb doppelt gefährlich:
Unter den Christen sind vornehmlich Orthodoxe und Katholiken anfällig für magische Praktiken, wenn sie religiöse Symbole, Sakramentalien oder die Sakramente mißbrauchen und über die von GOTT geschenkten "Zeichen mit Gnadenwirken" eigenmächtig verfügen, d.h. GOTT - vornehmlich den HEILIGEN GEIST - Engel, Heilige oder die Seelen Verstorbener in ihren Dienst zu nehmen versuchen, das Kreuz z.B. als Abwehrzauber und die Handauflegung als Heilzauber mißbrauchen.
Diese "frommen" magischen Praktiken werden im Alten und Neuen Testament scharf verurteilt und mit göttlichen Strafen bedroht.
Weiße Magie ist immer Schwarze Magie!
Der Mensch kann nicht über GOTT oder göttliche Kräfte verfügen. Wagt er es dennoch, macht er sich schwer schuldig gegen das 2. göttliche Gebot, das Ehrfurcht gebietet: "Du sollst den Namen GOTTES heilighalten!" Der Name GOTTES ist Offenbarung Seines göttlichen Wesens. Der Name GOTTES repräsentiert IHN selber.
Menschen, die "Schwarze Magie" betreiben, werden auch "Hexe" oder "Hexer" genannt. Immer mehr Menschen vertrauen sich in Krankheit und Not Hexen an oder lassen "Hexenbannungen" vornehmen, um "Verhexungen" unwirksam zu machen. Tonnenweise wird aus Ostasien "Teufelsdreck" (Asa Foetida), eine übelriechende Masse, importiert.
Hexen bieten in Zeitungsanzeigen ihre Dienste an. Die Massenmedien haben das Thema Hexerei als Quotenbringer entdeckt. Spezialgeschäfte für Hexenbedarf öffnen ihre Tore, "Hexen Konvente" geben eigene Mitteilungsblätter heraus, z.B. den "Wicca Brief", das" Magazin für Hexenglauben", oder "Abraxas", das Organ des "Yggdrasil-Kreis e.V.", der als gemeinnützig vom Finanzamt anerkannt ist und in Wahrsagerei, Astralwandern und "Magia Sexualis" einführt. Hexen organisieren Zusammenkünfte bei Vollmond und an geheimen Orten (z.B. verlassene Steinbrüche).
Manche Feministinnen bezeichnen sich stolz als "Hexen", weil sie die Hexerei, die in der Geschichte vornehmlich von Frauen ausgeübt wurde, als Symbol weiblicher Macht deuten.
Als Erkennungszeichen der Hexerei dient häufig der sog. "Hexenfuß", auch als "Friedenszeichen" bekannt, ein auf dem Kopf stehendes, unten abgewinkeltes Kreuz, auch "Todesrune" oder "Nero-Kreuz", weil es von Kaiser Nero entworfen wurde als Zeichen seiner Verachtung des Kreuzes JESU CHRISTI.
Erfahrene Seelsorger beobachten, daß magische Praktiken in den Machtbereich der Dämonen führen, verbunden mit Depressionen, Neurosen, Psychosen, Wahn- und Suicid-Vorstellungen bis zu Umsessenheit und Besessenheit, die allein durch Gebet und/oder Exorzismus geheilt werden können.
Umsessenheit und Besessenheit
Schamanen, Spiritisten, Magier, Channeler, Geistheiler und andere "Heiler" zeigen oft die klassischen Merkmale einer Um- bzw. Besessenheit. Nahezu alle esoterischen Heilverfahren können dämonische Belastungen auslösen. Als "Possession" wird eine Besessenheit gewollt herbeigeführt bei schamanischen, spiritistischen und magischen Techniken, unbeabsichtigt durch Übertragung z.B. bei der Handauflegung von Wunder- und Geistheilern oder als "Nebenwirkung" bei Meditationstechniken, Rebirthing, Reinkarnationstherapie u.a. Heilpraktiken.
Die Begriffe Umsessenheit und Besessenheit sind nicht einheitlich definiert. Exorzisten sprechen dann von Besessenheit, wenn ein oder mehrere Dämonen vom Körper eines Menschen Besitz ergriffen haben. Besessenheit ist ein körperliches Phänomen, kein seelisches wie beim gewöhnlichen Wirken Satans durch Versuchung oder Verführung zur Sünde. Bei der Umsessenheit wirken die Dämonen von außen, belagern sozusagen "die Stadt". Mit der Besessenheit nehmen sie "die Stadt" ein.
Daß es Besessenheit gibt, ist in der Bibel vielfach bezeugt: ,,Meister, ich habe meinen Sohn zu Dir gebracht, der von einem stummen Geist besessen ist. Er packt ihn bald da, bald dort und zerrt ihn hin und her; dabei kommt ihm der Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und liegt in Erstarrung." Sie brachten ihn zu IHM. Und sobald er IHN sah, schüttelte ihn der Geist; er stürzte zu Boden und wälzte sich schäumend. Da fragte ER dessen Vater: "Wie lange ist es schon her, daß ihm das widerfährt?" "Von Kindheit an", erwiderte er (Mk 9,17 22).
Aus Maria Magdalena hat CHRISTUS sieben böse Geister ausgetrieben (Mk 16,9). Und Lukas berichtet:
In der Synagoge befand sich ein Mann, der von einem unreinen Dämonengeist besessen war, der schrie mit lauter Stimme: Ha, was willst du mit uns, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!' Da wies ihn JESUS zurecht und rief: Verstumme und weiche aus ihm!' Der böse Geist schleuderte ihn vor aller Augen hin und her und fuhr von ihm aus, ohne ihm irgendwie zu schaden. Da kam ein Erschauern über alle, und sie sagten zueinander: Was bedeutet dies, daß er den unreinen Geistern mit zwingender Macht befiehlt, und sie fahren aus?' " (Lk 4,33 36).
An 23 Stellen wird im Neuen Testament über die Dämonen als "böse Geister", "böse Engel", "unreine Geister" berichtet. Die christliche Theologie hält an der Existenz Satans und seines Anhangs, der dämonischen Mächte und Gewalten, fest:
GOTT hat unsichtbare Wesen mit Erkenntnis und freiem Willen erschaffen, die Engel. Unter der Führung "Luzifers" fiel ein Teil der Engel von GOTT ab. Seit ihrem Sturz auf die Erde versuchen der Satan (Luzifer) und seine Dämonen, ihren unheilvollen Einfluß auf die Menschen auszuüben. Ihre Einwirkung hat viele Formen: Versuchungen, Verführung, dämonische Belästigungen, dämonische Erscheinungen, dämonische Ekstasen, Umsessenheit und Besessenheit.
Im Laufe der Menschheitsgeschichte sind Fälle von Besessenheit bis in unsere Zeit glaubwürdig bezeugt. Im Neuen Testament kommt der griechische Ausdruck für Besessenheit ("Diamonizesthai") 13mal vor. Rund 50mal berichten die Evangelisten von Exorzismen (Teufelsaustreibungen), die JESUS selber vornahm: "Der Sohn GOTTES ist dazu erschienen, daß Er die Werke des Teufels vernichte" (1. Joh. 3,8).
Jeder erfolgreiche Exorzismus zeugt von der Macht JESU über Satan und seine Dämonen. Dem Machtwort JESU muß jeder Dämon weichen: "Ich gebiete dir, fahre aus von ihm, und kehre niemals mehr in ihn zurück!" (Mk. 9,26).
Wie dem göttlichen Exorzisten, so muß jeder Dämon auch den Jüngern JESU gehorchen: "Heilt Kranke .... und treibt die bösen Geister aus!" gebot JESUS Seinen Aposteln (Mt 10,8). "In Meinem Namen werden sie Teufel austreiben (Mk 16,17).
Zuerst sind die Apostel und ihre Nachfolger, die Bischöfe, beauftragt. Ihnen ist die größte Macht über den Satan und seinen Anhang gegeben. Sie spenden den feierlichen Exorzismus als Sakramentale. Dann die Priester, die von den Bischöfen beauftragt sind. Aber auch alle Getauften, die an JESUS als den Sohn GOTTES glauben: "Als Zeichen aber werden denen, die glauben, diese folgen: In Meinem Namen werden sie böse Geister austreiben!" (Mk 16,17).
Niemals darf der Austreibungsbefehl "im Namen JESU" wie eine magische Formel mißbraucht werden. Die Dämonen sind gefährliche Gegner und dem Menschen weit überlegen:
"Einige der herumziehenden jüdischen Teufelsbeschwörer versuchten, über die von bösen Geistern Besessenen den Namen des HERRN JESUS anzurufen, indem sie sagten: ‚Ich beschwöre euch bei Jesus, den Paulus verkündet.' Es waren sieben Söhne des jüdischen Oberpriesters Skevas, die es taten. Aber der böse Geist erwiderte ihnen: ‚JESUS kenne ich, auch Paulus ist mir wohlbekannt. Wer aber seid denn ihr?' Damit stürzte sich der Mensch, in dem der böse Geist war, auf sie, überwältigte alle miteinander und ließ seine Macht an ihnen derart aus, daß sie nackt und wund aus jenem Hause flohen. Dies wurde allen Juden und Heiden, die in Ephesus wohnten, bekannt, und Furcht kam über sie alle. Der Name des HERRN JESUS aber kam hoch zu Ehren" (Apg 19,13 18).
Der Exorzismus ist ein an Satan und seine Dämonen gerichteter Befehl, Menschen (Tiere oder Gegenstände) zu verlassen. Der Exorzist befiehlt in der Autorität JESU. Dabei genügt es, den Befehl mental, also nur in Gedanken, zu sprechen.
Durch jeden Exorzismus wird der einwohnende Dämon geschwächt. Dagegen lehnt er sich eine Zeitlang heftig auf. Nur in den seltensten Fällen genügt ein einziger Exorzismus.
Erfahrene Exorzisten machen die Beobachtung, daß die Befreiung eines von einem Dämon, oft auch von mehreren bösen Geistern besessenen Menschen heute mehr Zeit in Anspruch nimmt als früher, Satan und seinem Anhang also offenbar mehr Macht gegeben ist.
Heilungsbewegungen
Die Neugeistbewegung
Von dem amerikanischen Arzt Dr. Phineas Parkhurst Quimby 1843 gegründet, lehrt die "Neugeistbewegung", daß im Menschen durch geistige Schulung höhere Kräfte geweckt werden könnten. Ziel ist die Herrschaft des Geistes über die Materie.
Jesus sei der erste neugeistliche Weltlehrer gewesen. Quimbys Jünger betrachten sich als "esoterische Christen", nehmen aber auch Nicht Christen in ihre Bewegung auf, die in Christus nur einen großen Weltenlehrer sehen.
Die Neugeistbewegung erstrebt Harmonie und Einheit mit Gott, um Gesundheit, Frieden und Freude zu erlangen. Sie lehrt, durch Affirmation, Konzentration, Meditation und Kontemplation könne die Seele mit geistiger Energie geladen werden, die als "spirituelle Lichtkraft" die ganze Erde durchstrahlen soll.
Der Mensch sei dann fähig zu Nah- und Fernheilung durch Gebet und Handauflegung. Er erhalte diese Kraft durch geistige Übungen und Einhalten bestimmter Ernährungs-, Kleidungs- und Wohnregeln.
Die Christliche Wissenschaft
Gegründet wurde die "Christian Science" (Christliche Wissenschaft) 1876 von Mary Baker Eddy (1821 1910). Ihre Anhänger sind auch als "Gesundbeter" bekannt. Wie Dr. P.P. Quimby, Gründer der Neugeistbewegung, glaubte Eddy, alle Krankheiten könnten allein geistig geheilt werden, weil sie nicht real existierten, sondern nur irriges Denken seien. Ihre Behauptung, beim Bibellesen plötzlich "durch den Geist, durch eine der Seele innewohnende Kraft" geheilt worden zu sein, wurde von ihrem Arzt, Dr. Cushing, als Lüge enttarnt.
1881 gründete Eddy zusammen mit ihrem 3. Mann, Asa Gilbert Eddy, in Massachusetts das "Metaphysical College", eine Lehranstalt für geistige Heilkunde. In Deutschland wurde die "Christian Science" bekanntgemacht von der Lehrerin Maria Schön. Die "Christliche Wissenschaft" ist weder wissenschaftlich noch christlich. Sie leugnet die Göttlichkeit JESU CHRISTI und die Dreieinigkeit GOTTES. Schulmedizinische Behandlung und die wissenschaftliche Medizin lehnt sie ab, da Gesundheit allein durch "geistige Einsicht" erreichbar sei und erhalten werden könne.
Die Pfingstbewegung
Die Pfingstbewegung begann, als 1901 auf 12 Studenten der von C.F Parham gegründeten Bibelschule in Topeka “der Geist ausgegossen wurde", worauf alle "in Zungen redeten". Seitdem gilt das Zungenreden in der Pfingstbewegung als das biblische Zeichen der "Geisttaufe".
Als weltweite Bewegung nahm die Pfingstbewegung ihren Anfang, nachdem W.J. Seymour, ein Schüler Parhams, um die "Geisttaufe" gebetet hatte und am Osterfest 1906 auf die "Kirche des Nazareners" in Los Angeles "Feuer vom Himmel fiel", worauf viele der Versammelten "in Zungen redeten", weissagten und auf den Rücken geworfen wurden:
"Drei Tage und drei Nächte jauchzten sie. Es war Ostern. Von überall kamen die Leute. Am anderen Tag war es unmöglich, in die Nähe des Hauses zu kommen. Wer trotzdem ins Haus gelangen konnte, fiel unter die Kraft Gottes (zu Boden) .... aber es wurde keiner verletzt. Männer und Frauen wurden unter die Macht niedergeworfen rings in der Halle" (W.J. Hollenweger, Enthusiastisches Christentum, S. 207).
"Es kam über mich ein Schüttelfrost. Auch füllte sich mein Hals, und es war, als ob ich mich verschluckt hätte; dann sank ich um und lag hilflos am Boden. Nun fing meine Zunge an zu arbeiten, und ich stammelte fremde Worte. So lag ich über zwei Stunden da und wußte alles, was vorging, konnte mich aber nicht bewegen. Endlich kam meine Kraft wieder, und ich ging nach Hause" (P. Fleisch, Geschichte der Pfingstbewegung in Deutschland von 1900-1950, S. 24).
"Dieselbe Kraft, welche mir die Zungen gegeben hatte, bemächtigte sich meiner Hände und leitete mich ..., sie in einiger Entfernung auf dem Leib eines Kranken auf und nieder zu bewegen und in dem anderen Fall auf das Haupt zu legen. In jedem Fall strömte eine mächtige Kraft von Feuer und Leben in den Kranken ein und bewirkte dessen Heilung" (Hollenweger, a. a. O. S. 15).
"Viele kamen nur aus Neugier ... Sogar Spiritisten und Hypnotiseure kamen, um uns auszukundschaften und suchten ihren Einfluß unter uns geltend zu machen ..." (F. Bartleman, Feuer fällt in Los Angeles, S. 8).
"Viele Missionare, die in Afrika, Asien oder Europa gearbeitet hatten, und viele Prediger ... eilten nach Los Angeles, um .... das ’Feuer’ in ihre Heimatgemeinden weiterzutragen. Auf diese Weise verbreitete sich die ’Pfingsterweckung’ überall im Land und über die Grenzen hinaus" (W. Bühne, Spiel mit dem Feuer, S.25).
Nach drei Jahren war in Los Angeles das "Feuer" erloschen. Über die "Geistestaufe" empfing Schwester Rubly folgende Vision:
"Die Teufel berieten, was zu tun sei. Endlich fand ein sehr verkrüppelter Dämon die Lösung: Gebt ihnen eine Geistertaufe in ein ungeheiligtes Leben!' Alle Dämonen klatschten in die Hände und schrien vor Vergnügen" (Hollenweger, a.a.O. S. 27).
Von Los Angeles trug der Methodist Th. B. Barret "das Feuer" nach Norwegen, nachdem ihm die Hände aufgelegt worden waren. In Barrets Versammlungen erlebte Emil Meyer, Leiter der Strandmission in Hamburg, daß ein 18-jähriges Mädchen anfing, "mit Kopf, Gesicht und Schultern zu zucken. Beim Gebet wurden Beben und Zucken heftiger, sie klapperte mit den Zähnen" (Fleisch, a.a.O. S.33).
In der Wohnung Barrets erlebte Meyer eine Pfingstlerin, die zu Boden geworfen wurde: „Ihr Innerstes fing an zu schreien. Es war ihr, als ob sie nicht selbst geschrieen hätte, als ob es eine andere Macht gewesen wäre (ebda S.35).
Meyer bat diese Pfingstlerin, zusammen mit ihrer Schwester nach Hamburg zu kommen, um "das Feuer" in seine Gemeinde zu tragen. Von Hamburg aus wurden die Schwestern im Juli 1907 nach Kassel gerufen.
Während der einwöchigen Bibelwoche im Blaukreuzheim stürzten Teilnehmer zu Boden "unter stets zunehmenden krampfhaften Bewegungen". Der Prediger Dallmeyer wurde "emporgehoben und mußte Halleluja rufen". Seine Frau "sah eine Wolke, die sich auf sie legte ... und hörte Stimmen" (Fleisch, a.a.O. S. 40).
Während der Bibelwoche wurden die Vorfälle immer dramatischer. Augenzeugen berichteten:
Es gab auch peinliche Situationen, wenn z.B. eine Frau im Fallen ihre Bluse dermaßen zerriß, daß man mehr vom Hemd als von der Bluse sah, oder eine andere so unanständig fiel, daß man, um ihre Kleider in Ordnung zu bringen, eine Frau herzurufen mußte.
Ein junges Mädchen, das unter dem Geist der Bewegung stand, wurde getrieben, sich in Gegenwart anderer in ihrer Wohnung zu entkleiden. Ein anderes umschlang einen fremden Mann ...
Ein Hauptzungenredner fing in der Ekstase an, mit der Bibel, die er gerade in der Hand hielt, auf eine vor ihm sitzende Frau loszuschlagen, so daß sie erschreckt weglief...
Ein Pastor zischte wie eine Schlange und wandte sich einer Schlange gleich auf dem Boden zwischen den Stühlen der Zuhörer durch" (ebda S. 43).
Die Bibelwoche in Kassel mußte von der Polizei aufgelöst werden. Ihre "Geistestaufe" aber wurde von Teilnehmern in andere Gemeinden weitergetragen, begleitet von Phänomenen wie Levitation (Schweben), Weissagungen, Rückwärts-Fallen, Zungenreden u.a.
Kritiker beurteilen die "Geistestaufe" als "dämonisch bewirkte Geistertaufe".
"Der die Menschen fallenmachende Geist muß ein fremder Geist sein" (J. Rubanowitsch in seiner Warnschrift "Das heutige Zungenreden", S.13).
Auf der ersten "Zungenredenkonferenz" in Deutschland (1908) wurde das Zungenreden folgendermaßen erklärt: "Zungenreden wird, wie Irrenärzte nachgewiesen haben, auch durch Geisteskrankheit hervorgebracht, wahrscheinlich auch durch Dämonen. Das beweist nur, daß eine Leitung im Gehirn vorhanden ist, durch die solches Werk getan wird. Warum sollte dies nicht erst recht die göttliche Kraft nutzen?" (Fleisch, a.a.O. S. 79).
Eindeutige Stellung gegen die Geisttaufe bezog 1909 die sog. Berliner Erklärung der "Gemeinschafts- und Allianzbewegung". Sie verurteilte die Irrlehren und Praktiken der Pfingstbewegung als nicht von GOTT gewirkt. Wörtlich heißt es u.a. in der Berliner Erklärung:
"Die sog. Pfingstbewegung ist nicht von oben, sondern von unten. Sie hat viele Erscheinungen mit dem Spiritismus gemein. Es wirken in ihr Dämonen, welche, vom Satan mit List geleitet, Lüge und Wahrheit vermengen, um die Kinder GOTTES zu verführen. In vielen Fällen haben sich sog. Geistbegabte nachträglich als besessen erwiesen.
An der Überzeugung, daß diese Bewegung von unten her ist, kann die persönliche Treue und Hingebung einzelner führender Geschwister nicht irremachen, auch nicht die Heilungen, Zungen, Weissagungen usw., von denen die Bewegung begleitet ist. Schon oft sind solche Zeichen mit ähnlichen Bewegungen verbunden gewesen, z.B. mit dem Irvingianismus, ja selbst mit der christlichen Wissenschaft (Christian Science) und dem Spiritismus.
Der Geist in dieser Bewegung bringt geistige und körperliche Machtwirkung hervor; dennoch ist es ein falscher Geist. Er hat sich als solcher entlarvt. Die häßlichen bekannten Erscheinungen wie Hinstürzen, Gesichtszuckungen, Zittern, Schreien, widerliches, lautes Lachen usw. treten auch diesmal in Versammlungen auf. Wir lassen dahingestellt, wieviel davon dämonisch, wieviel hysterisch oder seelisch ist. Von GOTT gewirkt sind solche Erscheinungen nicht ...
Überhaupt liegt in diesen Weissagungen eine große Gefahr; nicht nur haben sich in ihnen handgreifliche Widersprüche herausgestellt, sondern sie bringen da und dort Brüder und ihre ganze Arbeit in sklavische Abhängigkeit von diesen Botschaften. In der Art ihrer Übermittlung gleichen die letzteren den Botschaften spiritistischer Medien.
Der Mangel an biblischer Erkenntnis und Gründung, an heiligem Ernst und Wachsamkeit, eine oberflächliche Auffassung von Sünde und Gnade, von Bekehrung und Wiedergeburt, eine willkürliche Auslegung der Bibel, die Lust an neuen, aufregenden Erscheinungen, die Neugier, die Neigung zu Übertreibungen, vor allem aber auch Selbstüberhebung - das alles hat dieser Bewegung die Wege geebnet ..."
Etliche Pfingstler folgten dem Aufruf, sich von der Pfingstbewegung fernzuhalten. Heute ist die Pfingstbewegung in viele einzelne Pfingstgemeinden zersplittert, ohne einheitliche Leitung und Lehre. Der “Pfingst-Geist“ aber lebt fort in der neopentecostischen und charismatischen Bewegung.
Die Charismatische Bewegung
Im Jahre 1936 wurde der südafrikanische Pfingstprediger David du Plessis (1905-1986), bekannt als "Mister Pentecost", von dem Heilungsprediger Smith Wigglesworth in Johannesburg unter Handauflegung berufen, die charismatische Bewegung zu begründen:
"Der Herr hat mich zu dir gesandt, um dir zu sagen, was er mir heute Morgen gezeigt hat: Die traditionellen Kirchen werden von einer Erweckung heimgesucht werden, die alles Dagewesene weit übertrifft. Nie zuvor sind solche Dinge geschehen wie das, was kommen wird... Auch die großen Kirchen werden sich für den gleichen Segen (wie die Pfingstbewegung) öffnen und dieselbe Botschaft und Erfahrung bezeugen und weitertragen, und zwar über das hinaus, was die Pfingstbewegung zu tun vermochte. Du wirst es erleben und sehen, wie dieses Werk Dimensionen annimmt, daß die Pfingstbewegung nur eine kleine Sache im Vergleich dazu ist, was Gott durch die alten Kirchen tun wird. Große Scharen von Menschen werden zusammenkommen, wie man es nie gesehen hat. Einflußreiche Führer der christlichen Welt werden ihre Einstellungen ändern und nicht nur die Botschaft, sondern auch den Segen annehmen. Dann sagte mir der Herr: Du wirst dabei eine große Rolle spielen!" (Bob Slosser, Man nennt ihn Mr. Pentecost, S. 8f).
1949 wurde du Plessis beauftragt, den "Weltkongreß der Pfingstgemeinden" zu organisieren, der 1952 in London stattfand und ihm Gelegenheit gab, Kontakte mit dem Weltkirchenrat aufzunehmen. Dieser lud du Plessis zur "Weltkonferenz des Internationalen Missionsrates" 1952 in Villingen ein. Hier berief ihn Dr. Vissert Hooft, Sekretär des Weltkirchenrates, in den Konferenzstab der 2. Vollversammlung des Weltkirchenrates, die 1954 in Evanston, USA, stattfand. In den folgenden Jahren nutzte du Plessis jede Gelegenheit, um auf internationalen ökumenischen Versammlungen zu sprechen und führende Kirchenvertreter mit seiner "Pfingst-Botschaft" bekanntzumachen. 1964 nimmt du Plessis auf Einladung des Vatikans am II.Vatikanischen Konzil teil, nachdem er in großem Sendungsbewußtsein gegenüber Kardinal Bea "die Erneuerung der katholischen Kirche durch verwandelte Katholiken" gefordert hatte und seine Eindrücke vom Konzil gegenüber einem Bischof zusammenfaßte:
"Ich komme mir vor wie Hesekiel im Tal der Totengebeine.... Die Totengebeine regen sich - man hört sie klappern" (B. Slosser, a.a.O. S. 207).
Von ihren Anfängen an war die Charismatische Bewegung ökumenisch. Und wegen seiner ökumenischen Offenheit wurde du Plessis 1963 aus den Pfingstgemeinden ausgeschlossen.
Den Kontakt zur katholischen Kirche bekam du Plessis über den Priester Bernhard Leeming, Prof. der Oxford Universität und persönlicher Vertreter des Papstes Johannes XXIII. Auf der Vorbereitungstagung für die 3. Vollversammlung des Weltkirchenrates (1961 in Neu Delhi) sprach Leeming du Plessis an:
"Lassen Sie sich von einem katholischen Priester aus tiefstem Herzen danken, daß Sie unsere Aufmerksamkeit auf diese Taufe im Heiligen Geist gelenkt haben. Ich glaubte immer, den Heiligen Geist zu haben. Aber Sie haben mich heute Abend davon überzeugt, daß mir diese Taufe fehlt... Können Sie mir diese Taufe geben ? Sie haben sie bekommen." - Ausdrücklich bat der kath. Priester B. Leeming den Pfingstler du Plessis, ihm die Hände aufzulegen (B. Slosser, a.a.O. S. 194f).
Seine Eindrücke vom "Kongreß '75 der Charismatischen Erneuerung in der kath. Kirche" (Rom) faßt du Plessis zusammen: "Es war so pfingstlich, wie ich es während vieler Jahre des Dienstes in vielen Pfingstgemeinden gesehen hatte. Weissagungen erfolgten klar und deutlich über Lautsprecher direkt vom päpstlichen Altar her.... Die Gegenwart des Herrn war so real in dieser Versammlung, daß an diesem Tag ohne Zweifel viele Heilungen geschahen', sagte Pater Bertolucci später... Ich lächelte bei dem Gedanken, daß wir nicht nur ein ökumenisches Pfingsten hatten, sondern auch ein ökonomisches: Die Kirchengebäude standen schon und waren bereits bezahlt, es gab ausgebildete Geistliche, und dieser Rahmen verhalf der Bewegung zu ihrem schnellen Wachstum. Innerhalb nur weniger Jahre haben die Katholiken die Pfingstbotschaft in 91 Länder getragen... Ich schloß die Augen... und sah in großer Wirklichkeitsnähe hoch aufgerichtet und ernst einen mächtigen Gottesmann vor mir stehen Smith Wigglesworth. Allmählich wich der ernste Ausdruck auf seinem Gesicht einem zufriedenen Lächeln" (B. Slosser, a.a.O. S. 224f).
Am 23. Mai 1976 wurde du Plessis der Pax Christi Orden verliehen wegen seiner "Rolle als treuer Zeuge des klassischen Pfingstlertums".
1977 prophezeit du Plessis vor 45 000 Teilnehmern der Konferenz für Charismatische Erneuerung in Kansas City, USA:
“Nur wenn die Charismatische Erneuerung ökumenisch ist, wird sie charismatisch bleiben. Sobald sie ihren ökumenischen Charakter verliert, wird sie auch ihre Kraft verlieren" (Charisma - Geistliche Erneuerung, 1985, S. 50).
Nachdem seit 1950 Menschen in großer Zahl die "Geisttaufe" empfangen und in ihre Gemeinschaften und Kirchen getragen hatten, begründeten die evan
Edelstein - Therapie
Edelsteine und Kristalle sind seit alten Zeiten Medien heidnischer Heiler, Schamanen (Heilkundiger) und Zauberer: Babylonier, Chaldäer, Ägypter, Perser und Araber trugen Edelsteine als Amulett, als Glücks- und Erfolgsbringer. Tibeter und Nepalesen benutzen den Bergkristall zur "Teufelsaustreibung" und als Wahrsagemittel.
Schamanen wirken auf Kranke mit Kristallen ein, in denen "kosmische Energie" gebündelt sein soll.
Die Yukatan, mexikanische Indianer, betrachten den Kristall als "Tor zu den Göttern".
Heute gehören Edelsteine, Halbedelsteine und Kristalle zur Grundausstattung fast jeder esoterischen Heilpraxis. Zahlreiche sog. Lehrbücher befinden sich auf dem Büchermarkt. Der Verkauf von Steinen zu therapeutischen Zwecken boomt.
Edelsteine haben angeblich ein gewaltiges "Energie - Potential". Esoterische Heiler behaupten, sie könnten mit Steinen den Körper und die Aura "reinigen", von Verspannungen und Schmerzen befreien, alle möglichen Krankheiten heilen, selbst Epilepsie und Schizophrenie. Sie könnten vor Radioaktivität schützen und Beziehungskrisen lösen.
Edelstein-Therapeuten geben vor, mediale Kräfte zu besitzen und Verbindung zur "kosmischen Energie" aufnehmen bzw. herstellen zu können.
Katrina Raphaell, eine der bekanntesten Kristall-Therapeutinnen, "erlöst" Patienten mit Hilfe der Edelsteine sogar von Schuld:
"Wir umgeben das Herzzentrum mit vielen Rosenquarzen sowie grünen Aventurinen. Wir visualisieren Vergebung, Liebe und Verständnis.... die beim Einatmen in den Arm strömen." Beim Ausatmen sollen dann die Patienten ihre Schuldgefühle und Gewissensbisse loslassen.
Während der pseudo psychotherapeutischen Behandlung arbeitet Raphaell mit einem Quarzkristall, mit dem sie Knöchel, Gelenke, Ellbogen, die Schultern und den Hals berührt.
Für Raphaell und andere Heiler sind Edelsteine "Lebewesen":
“Mein Umgang mit der Welt der Kristalle zeigt mir bei vielen Gelegenheiten, daß Kristalle und Steine nicht nur spürten, was um sie herum vor sich geht, sondern in liebevoller, unterstützender, manchmal sogar selbstaufopfernder Weise reagieren." Steine seien vor langer Zeit von Wesen aus dem Kosmos "programmiert" worden, um ihr "Wissen heute an die Menschen weiterzugeben" (Rolf Höneisen, Steinzauber, S. 96ff).
Geradezu abenteuerlich ist die Aufwertung des Kristalls zum “Christ-All":
“Vor Jahrtausenden", so behauptet Peter Ferreira bei seinen Vorträgen, "war das Wort für Bewußtsein ’Christos’. Es ging eigentlich im Leben des Menschen um nichts anderes als darum, den ’Christos’ in uns zu finden und zu erweitern. Und nicht umsonst wurde aus einem Menschensohn Jesus ein Gottessohn ’Christus' durch erweitertes Bewußtsein zum Allbewußtsein zum ’Christ All’ ... Und diesen Kristall' möchte ich gern wieder in Ihnen anregen" (Verlag Salvator Mundi, Gaming, Österreich).
Stein-Therapeuten legen Edelsteine auf "Chakren", angebliche Energiezentren des Körpers, oder auf "Meridiane" (Energiebahnen). Sie tauchen Steine ins Wasser, an das sie "Steinenergien" abgeben würden, kombinieren die Stein Therapie mit zahlreichen anderen esoterischen Praktiken (Reiki, Aura-Heilung u.a.), reinigen das "Karma" des Patienten, versetzen Patienten in Trance und erklären, über die Steine Kontakt mit heilenden Geistwesen herstellen zu können.
Bei okkulten Meditations-Übungen mit aufgelegten Steinen erleben Patienten Visionen, hören Stimmen, sprechen in unbekannten Sprachen und stehen "wie unter einer fremden Kontrolle", d.h. sie zeigen die klassischen Merkmale dämonischer Beeinflussung.
Esoterische Stein-Heiler versprechen und behaupten Heilungserfolge, ohne den wissenschaftlichen Beweis anzutreten. Sie berufen sich auf "Erfahrungen", die nicht überprüft werden dürfen Der Hämatit z.B. soll die Blutbildung fördern. Wie aber das Eisen aus dem Stein ins Blut gelangen soll, erklären Stein-Therapeuten nicht. Einem Test, wie ihn jedes Medikament in der Schulmedizin bestehen muß, werden Edelsteine ausdrücklich nicht unterzogen.
Die Steinheilkunde "lebt" von unwissenschaftlichen Argumenten und Widersprüchen:
Zur Herstellung von "Heilstein-Elixieren" z.B. werden Edelsteine über Nacht oder Tag ins Wasser gelegt, um dieses zu "energetisieren" oder zu "vitalisieren". Das "Schwingungsmuster” der Edelsteine, das sich dem Wasser mitteile, wird mit Alkohol "konserviert" und die Essenz in Glasfläschchen aufbewahrt zum Schutz gegen "Störfelder" z.B.
Keinesfalls dürfe destilliertes Wasser dazu verwendet werden, da es "tot" sei, warnen die einen. Unbedingt müsse dazu doppelt destilliertes Wasser benutzt werden, schreibt dagegen der "Steinkreis e.V." vor. Die einen empfehlen Mineralwasser, für andere muß es Brunnenwasser sein usw.
Nüchtern und chemisch betrachtet, bestehen Glasfläschchen aus einem Natrium Calcium Silicat, dem eigentlich eigene "Schwingungen" zugeschrieben werden müßten, die dann aber in Konflikt gerieten mit den Schwingungen der eingefüllten Essenzen.
Mit Wissenschaft hat auch die Zuordnung von Steinen und Körper Organen bzw. Krankheiten nichts zu tun. Sie ist dem Analogiezauber abgeschaut:
Rote Minerale z.B. sollen auf die Blutgefäße wirken, weil sie rot sind; calciumhaltige Steine wirken angeblich positiv auf Knochen und Zähne, die bekanntlich Calcium enthalten; der "Augenachat" soll bei Augenkrankheiten helfen (Name!), der "Flammenachat" Fieber senken; Bernstein, versteinertes Harz, soll die Wundheilung fördern, weil Harz die Bäume bei Verwundungen schützt usw.
Magisch ist auch die Forderung, Steine (wie Batterien) unter fließendem Wasser von negativer Energie zu entladen und im Sonnenlicht mit positiver Energie aufzuladen, wobei nach einigen Esoterikern die Mittagssonne entladend wirke. Der Mondstein dagegen darf nur im Mondlicht aufgeladen werden (Name!).
Wissenschaftlich betrachtet, sind die "Therapien" der Heilsteinkunde völlig haltlos. In keinem einzigen Stein sind mit den modernen Meßmethoden die vorgegebenen Kräfte oder Energien nachzuweisen. Ein Bergkristall z.B. und ein Quarz, der im Gletscherbach matt und rund gewaschen wurde (Kieselstein), haben die gleiche chemische Substanz. Trotzdem ist der Bergkristall nach der esoterischen Heilkunde d e r Kraftspender, als Kieselstein aber habe er keinerlei Heilwirkung.
Daß Edelstein-Therapeuten trotz widersprüchlicher Erklärungen und Anwendungen Heilerfolge aufweisen können, erklärt sich aus dem Placebo Effekt, aus Suggestion und Autosuggestion.
Die Heilung geht nicht von toten Steinen aus, sondern vom Menschen, der an die Kraft der Steine irrtümlich glaubt.
Magische Steinketten und "schützende" Armbänder werden auch von irregeleiteten Christen getragen. Wie andere Amulette sollen sie Segen bringen, Unglück abwehren und als "Glückssteine" zum "guten Geist", zum ständigen Begleiter werden.
Christen, die Edelsteine als Heilbringer benutzen und auf Edelsteine als Heilsteine ihr Vertrauen setzen, binden sich an ein anti-christliches, magisches Weltbild und sündigen schwer gegen das 1. göttliche Gebot.
Der Glaube an die Heilwirkung von Steinen ist ein Aberglaube, ein Irr-Glaube.
Feng Shui, Ti Li, Kan Yü
Seit Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ist der Gesundheitsmarkt überschwemmt mit Feng Shui Lehrbüchern (gesprochen Fong Shü eh) und Feng-Shui - Beratern, die ihre Ausbildung in nur wenigen Tagen absolviert haben.
Wie viele andere esoterische Heilslehren gründet die Feng Shui Lehre in der Vorstellung, der Mensch müsse, um gesund und glücklich zu sein, mit der Vitalkraft des Kosmos im Einklang stehen. Nur die Beachtung der kosmischen Energie bewirke "gutes" Feng Shui. Mißachtung der kosmischen Gesetze bewirke "schlechtes" Feng Shui.
Im Westen dient Feng Shui hauptsächlich der "kosmischen" Wohnraumgestaltung. Die richtige Position der Möbel erzeuge "gutes" Feng Shui. Sie könne mit einem Lo p'an, einem geomantischen Kompaß bestimmt werden, der die vier Himmelsrichtungen, die fünf Elemente (Feuer, Wasser, Luft, Erde, Holz), die Bahn des Mondes und die astrologischen Daten der Hausbewohner in Einklang bringen soll. Geomantie ist Wahrsagen aus der Erde, z.B. aus Sandfiguren. Beim Umbau der Möbel werden auch energieausgleichende Hilfsmittel (Spiegel, Pflanzen, Aquarium usw.) an den bestimmten Stellen angebracht.
Die Feng-Shui - Theorie hält einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Lehrbücher und Beratungen von Feng-Shui - Experten weichen in ihren Aussagen oft erheblich voneinander ab.
Geist- und Wunderheilung
Millionen Deutsche nehmen ihre Zuflucht regelmäßig zu Wunder- und Geistheilern:
Schüler von Anton Mesmer übertragen durch Handauflegung angeblich "magnetische Heilkraft", Reiki-Therapeuten "kosmische Heil Energie", Charismatiker heilen "mit dem Heiligen Geist", Magier, Schamanen und Spiritisten übertragen "feinstofflichen Heilstrom" oder "Heil-Energie" von übersinnlichen “Geistführern”.
Alle Geistheiler berufen sich auf höhere, übernatürliche Heilkräfte, die durch ihre Hände den Hilfesuchenden mitgeteilt würden. Diese Fähigkeit sei ihnen über Visionen, Auditionen oder im Gefolge einer schweren Erkrankung zuteil geworden.
Heil-Energie könne auch in Abwesenheit über ein Foto, einen persönlichen Gegenstand oder Haare, Blut oder Speichel des Kranken übertragen werden.
Interessierte lassen sich in Lehrgängen, Wochenend-Seminar oder autodidaktisch mit Hilfe von Kassetten und Videos zu Geistheilern ausbilden.
Besonders spektakulär sind die "Geistchirurgen". Sie führen angeblich mit ihren bloßen Händen Operationen durch, indem sie in den Körper des Patienten eindringen, krankes Gewebe entfernen und keine Narben hinterlassen. Viele Geist-Operationen konnten als Betrug entlarvt werden.
Esoterik Publizist Robert Sebastian z.B. verspricht in seinem Buch "Die neuen Heiler":
"Hoffnung für Millionen, wenn kein Arzt mehr helfen kann ... Längst sind die teils unglaublichen Fähigkeiten der Geistheiler in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt worden: Sie erwecken Menschen aus dem Koma, ... sie lassen auf unerklärliche Weise bösartige Gehirntumore verschwinden, ja selbst scheinbar hoffnungslos Gelähmte befreien sie von ihrem Rollstuhl ... Sicher ist, daß hier eine schier grenzenlose Kraft am Werk ist, die grundsätzlich jede Krankheit heilen kann" (Klappentext).
Was von diesen "wissenschaftlichen Untersuchungen" zu halten ist, belegt z.B. ein Test, der vom schweizerischen Fernsehen in vier Sendungen dokumentiert wurde:
Der Test wurde in der Praxis des prominenten griechischen Geistheilers Christos Drossinakis vom 28.08. bis 26.10.1994 in Frankfurt durchgeführt.
Wunderheilung konnte in keinem einzigen Fall bewiesen werden, lediglich geringe Besserungen, die sich als Placebo-Effekt erklären lassen.
1995 gründete Dr. Harald Wiesendanger den "Dachverband "Geistiges Heilen" (DGH), in dem deutsche Geist- und Wunderheiler organisiert sind. Größtes Verbandsmitglied ist der "Bruno Gröning Freundeskreis".
1996 gab der DGH einen juristischen Ratgeber für Geistheiler heraus mit Empfehlungen, wie sie das Heilpraktikergesetz umgehen können, da auch Geist- und Wunderheiler nur mit amtsärztlicher Erlaubnis tätig werden dürfen.
1998 wurde Wiesendanger aus dem DGH herausgedrängt. Er ist aber weiter aktiv als Buchautor über Geistheilerei.
In Italien ist Geistheilen seit 1996 verboten. In der Begründung betonen die Gerichte, daß es Pflicht der Justiz sei, Menschen vor Scharlatanerie und Okkultismus zu schützen.
Heilerfolge von Geistheilern lassen sich als Placebo Effekt, Betrug, Autosuggestion oder dämonisch bewirkt erklären.
In welchem Maße die Szene der Geistheiler auch die Kirchen durchmischt, wird z.B. deutlich an folgendem Bericht über einen Lehrgang der "Deutschen Vereinigung für Geistheilung" (Bonn):
"Der fünftägige Lehrgang im Dominikaner Kloster St. Albert, Walberberg, begann täglich mit einer Andacht in der Klosterkapelle, es folgten Vorträge, Meditationen, Eutonie Übungen und Heilbehandlung.
Als Termin wurde das Pfingstfest gewählt, weil der Heilige Geist zugleich "heilender Geist" sei.
In den Vorträgen wurden folgende Irrlehren verkündet:
Im Konzil zu Nicäa (325 n. CHR) seien aus der Bibel alle Stellen gestrichen worden, die von der Wiedergeburt handelten. Das allgemeine Heilen, welches von der Urmenschheit an über alle Kulturen praktiziert worden sei, sei in Nicäa verboten worden. Da im Mittelalter alle medial begabten Menschen ausgerottet worden seien, gäbe es gegenwärtig in Mitteleuropa nur noch wenige medial begabte Menschen...
Im Vortrag "Die Geistwesenheit des Menschen" wurden vier verschiedenen Körper vorgestellt, die sich gegenseitig durchdringen würden:
Der physische Körper, der Äther-, Astral-, Mental- oder Seelenkörper. Während des Schlafes sei der Astralkörper in der geistigen Welt und nur noch lose durch eine Silberschnur mit dem physischen Körper verbunden. Die Erlebnisse des Astralkörpers würden in der Regel beim Erwachen vergessen.
Jeder Körper habe seine eigene Aura, die mit farbigen Skizzen "bewiesen" werden könne.
Bei der Heilbehandlung habe jeder Heiler seinen eigenen "Geistführer". Künstlerisch begabte Menschen könnten ihren Geistführer zeichnen. Es wurden z.B. Zeichnungen von White Eagle angefertigt.
Die Kraft des Heiligen Geistes, des "Heil Geistes", sei körperlich erlebbar.
In den Eutonie-Übungen (Eutonie heißt "schöner Ton") lehrte eine Ordensfrau das bewußte Erleben des Eingespanntseins zwischen Erde und "den erhebenden Kräften des Äthers, in welchem die kosmischen Energien weben" (Augenzeugen Bericht vom 11. Lehrgang 1981 im Archiv der Vereinigung zum Schutz schwacher und hilfloser Menschen).
Charismatische Wunderheiler
Wie bei den Geistheilern so spielen auch bei den Charismatikern Wunderheilungen eine bedeutende Rolle.
Zu den häufigsten Methoden charismatischer Heilungen gehört das Auflegen der Hände auf den Kopf des Kranken oder auf kranke Körperteile, in der Absicht, "Heilkraft" zu übertragen. Bei Großveranstaltungen werden die Teilnehmer auch aufgefordert, sich gegenseitig die Hände aufzulegen. Fernsehprediger empfehlen, die Hände auf den Fernsehapparat zu legen, um den "Heilstrom" zu empfangen.
Viele bezeugen, daß bei der Handauflegung Wärme, Hitze oder Energie übertragen würde, "ähnlich wie Elektrizität".
Etliche Charismatiker berufen sich auf Visionen oder Privat-Offenbarungen, in denen sie aufgefordert worden seien, anderen die Hände aufzulegen, um sie zu heilen oder "die Heilungsgabe weiterzugeben".
Während der Handauflegung aus Heilungsgründen wird vermehrt das Phänomen des Rückwärtsfallens beobachtet, das als "Ruhen im Geiste", als "Fallen unter die Kraft Gottes" oder als "Erschlagen vom Geist" interpretiert wird.
In der Kirchengeschichte ist das "Umfallen" bzw das Fallen auf den Rücken nur bei Exorzismen bekannt. In der Bibel bedeutet es immer Gerichtshandeln GOTTES.
Viele der auf den Rücken geworfenen Menschen erklären, "einen Zustand der Glückseligkeit" oder "Frieden" erlebt, bei erneuter Suche nach diesem Geschehen aber Depressionen und "schwarze Melancholie" erfahren zu haben, die nur durch einen Exorzismus wieder von ihnen genommen werden konnten. Gefühle des Friedens müssen kein Beweis für das Wirken GOTTES sein: "Frieden ist nicht bloß Ruhe, sondern Ruhe in der richtigen Ordnung" (Augustinus).
"Ruhe in der Unordnung ist kein Frieden, sondern die letzte Phase der Agonie" (Reto Nay).
Welcher "Heilgeist" bei der "Geisttaufe" tätig ist, wird aus Erlebnisberichten deutlich:
Elisabeth (58 Jahre) besuchte eine charismatische Großveranstaltung der Freien Christlichen Jugendgemeinschaft Lüdenscheid (FCJG) mit dem Charismatiker Walter Heidenreich. Sie berichtet:
"Am letzten Abend standen wir alle auf den Stühlen und Tischen - voll betrunken vom Heiligen Geist und sangen auf Anleitung von Walter Heidenreich: Trink, trink, Brüderlein trink...' und: Einer geht noch, einer geht noch rein...' Es ging zu wie auf einem Münchener Bierfest."
Trotz dieses negativen Erlebnisses will Elisabeth die "Geisttaufe" empfangen und reist zum jüdischen Laubhüttenfest der Organisation Internationale Christliche Botschaft Jerusalem, zu einem Heilungsgottesdienst mit dem Inder Mahesh Chavda:
"Chavda schrie: ’Wer hat die Geisttaufe noch nicht?’ Jemand gab mir von hinten einen Stups. Jetzt oder nie! So ging ich mit vielen nach vorne. Jeder bekam persönlich die Hände aufgelegt. Und fiel er nicht um, wurde er noch zusätzlich angeblasen. Was ich dann am Boden liegend erlebte, übertraf alles, was ich bisher kannte, nämlich Liebesgefühle ohne Ende. Ich wollte und konnte gar nicht mehr aufstehen. Jetzt lernte ich Jesus noch als Liebhaber kennen.
Von nun an konnte ich auch ’in Zungen reden’, anderen die Hände auflegen oder sie anhauchen, und sie fielen auf den Rücken. Auch heilen war keine Seltenheit. Nun war ich ’Jemand’, hochgestiegen auf dieser Leiter der Hierarchie."
Bei einem Heilungsgottesdienst mit dem Charismatiker Christoph Häselbarth in Friedrichshafen am Bodensee versuchte das Heilungsteam bei einer Kollegin von Elisabeth per Geistheilung ein verkürztes Bein zu verlängern. Die Kollegin kam völlig verändert zurück: "Meine Kollegin war längere Zeit wie weg. Sie redete wirr durcheinander, schlug mit ihrem Kopf auf die Tischplatte, heulte, lachte, und das nach einem Heilungsgottesdienst! Ja, sie wußte nicht mehr, wo sie überhaupt war. Am Ende wollte sie über den Bodensee laufen wie Petrus" (in: TOPIC plus, Kreuztal, Juli 2004).
Joachim (32 Jahre) besuchte ebenfalls einen Heilungsgottesdienst der FCJG in Lüdenscheid und erlebte die 'Geisttaufe' des Charismatikers Olli Ewers:
"Ich hatte vor meinen Augen erlebt, wie Menschen durch Gebet von körperlichen Gebrechen geheilt wurden... Je näher Olli sich auf mich zubewegte, desto größer wurde meine Anspannung. Ich hörte, wie er beim Händeauflegen immer wieder kurz in Zungen betete und häufig dabei sagte: ’Der Verstand muß weg’. Auch schnippte er dabei regelmäßig wie selbstverständlich mit den Fingern... Auch bei mir betete Olli kurz etwas in Zungen. Er legte mir seine Hände auf den oberen Stirnbereich und befahl auch mir, daß der Verstand weg muß. Plötzlich spürte ich, wie ich in einer Art Schwerelosigkeit nach hinten kippte. In meinem Geist nahm ich alles wahr, was geschah. Ich realisierte, daß ich fiel, und daß ich aufgefangen und zu Boden gelegt wurde. Allerdings hatte ich während des Moments des Fallens das Empfinden der Körperlichkeit völlig verloren. Es fühlte sich schwebend an."
Von einer zweiten Veranstaltung der FCJG berichtet Joachim: "Als das Singen begann, erlebte ich nun, daß sich in mir eine Regung im Kehlkopfbereich äußerte, die ich zuvor nie erlebt hatte. Ich spürte, wie ich regelrecht dazu gedrängt wurde, meine Stimme ebenfalls zu erheben. Ich tat meinen Mund auf, formte einen Laut, und dann ging es wie von selbst los.
Ohne weiter nachzudenken, erlebte ich, wie der Geist meine Stimmbänder benutzte, um irgendwelche Laute zu formen, die mir völlig fremd waren... Und obwohl ich keine Ahnung hatte, was ich da aussprach, begriff ich in jenem Moment doch, was sich gerade ereignet hatte: Die Gabe der Zungenrede war in mir geweckt worden."
Joachim hatte ebenfalls die "Reiki Weihe" an sich vollziehen lassen und erlebte während des Betens Phänomene, die er seit dieser "Weihe" kannte:
"An einem Morgen, während meiner Stille Zeit, erlebte ich, daß das leichte Wippen meines Körpers, das ich regelmäßig während des Zungenredens erlebte, plötzlich in ein starkes Schütteln überging. Meine Arme, die ich im Gebet seitlich nach oben gestreckt hatte, begannen sich dabei sehr stark hin und her zu bewegen, und mein ganzer Oberkörper wurde plötzlich heftig durchgeschüttelt... Zum ersten Mal erlebte ich derartige Schüttelerlebnisse bei einer Einweihungszeremonie in den ersten Reiki Grad. Als ich mich von der Reiki Meisterin für diese Energie hatte öffnen lassen, spürte ich regelrecht, wie eine fremde Kraft in meinen Körper kam und meinen ganzen Körper heftig durchschüttelte. Ob sich der Heilige Geist genau so manifestiert wie dieser Reiki Geist?" (ebda).
TOPIC kommentiert:
"Besonders auffällig ist das geradezu fiebrige Bestreben im pfingst-charismatischen Lager, die Gläubigen möglichst schnell mit einem neuen Geist zu impfen. Dieser Geist scheint wie ein Virus per Handauflegung oder auch nur durch Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen überzuspringen.“
Bei sog. Groß Evangelisationen fallen tausende Teilnehmer bei der "Geisttaufe" auf den Rücken und bleiben oft in obszönen Stellungen liegen, so daß die Veranstalter Decken bereithalten, um vor allem Frauen zu bedecken.
Weil das Umfallen auch bei katholisch charismatischen "Heilungsgottesdiensten" geschieht, warnte Kardinal Suenens, der "Vater der katholischen charismatischen Bewegung" vor diesem Phänomen, das er als "parapsychologisch" beurteilte.
Auf eine Anfrage bei Joseph Kardinal Ratzinger, Kongregation für die Glaubenslehre, Rom, antwortet in dessen Auftrag Msgr. Dr. Georg Gänswein u.a.:
"Die von Ihnen beschriebenen Praktiken gewisser charismatischer Kreise sind in der Tat problematisch. Sie zeigen, wie wichtig und richtig die Warnungen von Kardinal Suenens waren, der übrigens vom Papst als Ratgeber der charismatischen Gruppen bestellt war und dessen Stimme deshalb auch amtlichen Charakter hat" (Juli 2004, Archiv der Vereinigung zum Schutz schwacher und hilfloser Menschen).
Auch der Psychoanalytiker K.G. Rey, leitendes Mitglied der katholischen charismatischen Erneuerung, Schweiz, stellt fest:
"Das Ruhen im Geiste schließt die Gefahr mehrfacher Täuschung in sich... Man glaubt, vom Heiligen Geist umgeworfen worden zu sein, während man sich massenpsychologischen Mechanismen unterzogen hat" (In: Gotteserlebnisse im Schnellverfahren, Kösel 1985, S. 130).
Wie das Umfallen so werden auch die charismatischen Wunderheilungen kontrovers beurteilt:
als vom HEILIGEN GEIST bewirkt
als Ergebnis von Massensuggestion
als Betrug (tatsächlich wird beobachtet, daß Veranstalter Teilnehmer nach hinten stoßen)
als dämonisch bewirkt.
Viele Christen sind ohne ein klares Urteil: Wundersucht, Erlebnishunger, Verlangen nach schneller Heilung, mangelndes Glaubenswissen, blindes Vertrauen auf Autoritätspersonen wie Prediger und Priester, massenpsychologisch geschickt arrangierte "Heilungsgottesdienste" mit Halleluja-Sprechchören, Zeugnisse "Geheilter" und suggestive Ansprachen bzw. Predigten erzeugen eine Erwartungshaltung, die von GOTT Heilung beanspruchen zu können glaubt, und eine Art magische Atmosphäre, die über den HEILIGEN GEIST oder JESUS CHRISTUS Verfügungsgewalt auszuüben versucht und GOTT damit zu einem Gehilfen des "Heilers" herabwürdigt.
Der Mensch hat aber keine Verfügungsgewalt über GOTT. Er hat keinen Anspruch auf Heilung körperlicher Gebrechen. Wer auf der Grundlage eines solch magisch verkommenen Glaubens zu heilen versucht oder Wunderheilung erstrebt, unterwirft sich nicht GOTT, sondern dämonischen Gewalten.
In der Regel werden charismatisch bewirkte Heilungen weder medizinisch überprüft noch kirchlichen Stellen gemeldet. Katholische Wunderheiler verstoßen damit gegen das Kirchenrecht, das eine Meldung außergewöhnlicher Heilungen zwecks Überprüfung vorschreibt.
Spiritistische Geist - Chirurgen
In einem Schreiben (vom 4.2.2004) an die Vereinigung zum Schutz schwacher und hilfloser Menschen klagt Winfried Veldung, Vorsitzender des Arbeitskreises Radionik und Schwingungsmedizin e.V (Bad Schwartau):
"Während unsere katholische Kirche sich anschickt, den großen Verwirrer durch die Esoterikangebote auf die Gläubigen loszulassen, haben selbst unsere Purpurträger nicht begriffen, daß sie es mit einem Gegner zu tun haben. Überlegen Sie doch nur, was unsere kath. Akademie- und Bildungshäuser anbieten: Reiki, Prana Heilung, Yoga und damit Tür und Tor für New Age öffnen. ... Unser Arbeitskreis widersetzt sich der herrschenden Tendenz, die Esoterik in das Heilungssystem einzugliedern..."
Tut er das wirklich?
Auf der Rückseite dieses Schreibens stellt Veldung sein "Forschungsprojekt Geist-Chirurgie" vor:
"Im Rahmen unserer Forschung ’Wie Heilung geschieht und welche Voraussetzungen dazu nötig sind’ führen wir nach den Richtlinien des Dachverbandes Geistiges Heilen ein Forschungsprojekt über die außergewöhnlichen Erfolge der Heiler und Geist-Chirurgen durch... Schwerpunkte unserer Forschung sind:
Paranormale Diagnosen u.a. durch Hellsehen und Automatisches Schreiben, Logurgie (Geist-Operationen), Heilen durch Energie, Gebetsheilung, Glaubensheilung... Fernheilung und Mediumistische Behandlungen.
Ziel: Wir wollen den Nachweis bringen, daß geistige Heilweisen sehr effektiv sind und deshalb auch in Europa toleriert und legalisiert werden sollten... Um Linderung, Besserung und Heilung zu erreichen, führen wir nach wissenschaftlichen Kriterien ’Therapeutische Reisen' auf die Philippinen oder Brasilien im März, Juni und November durch... Selbstkostenpreis für 17 tägige therapeutische Reisen ab 2120 Euro. Wissenschaftliche Leitung: Winfried Veldung, Heiler Sozialtherapeut Heilpraktiker."
Seine Begegnungen mit dem Heiler "Caruso", der nach eigenen Angaben kath. Geistlicher ist, schildert Veldung in seiner "Dokumentation der Geist-Chirurgie":
"Der Reverend Caruso kam mit noch zehn weiteren Heilern. Während noch die Mitarbeiter ihre Utensilien auspackten, bereitete sich der Reverend auf das Geschehen vor, das wir Heilung nennen. ... Unauffällig ging er vom Normal- in den Trancezustand über. Zuckungen in Gesicht, Oberkörper und den Armen deuteten darauf hin... Dann war der Reverend im Gespräch mit Gott, wie die Mystiker aller Glaubenden.
’Er lädt den Heiligen Geist ein, bei uns zu sein’, war die Antwort einer Frau auf meinen fragenden Blick. Ein anderer Mitarbeiter las aus der Hl. Schrift in der Landessprache der Philippinen (Tagalog) vor, während wir uns an die Hände faßten und einen Kreis bildeten. Dann folgten frei gesprochene Gebete, und wir schlossen uns mit dem ’Vater unser’ an ...
Vor den operativen Eingriffen salbten der Reverend und seine Heilerkollegen jedem von uns mit geweihtem Kokosöl die Stirn, Schläfen, Schultern und die bei jedem unterschiedlich erkrankten Bereiche ... Die Vorbereitungen des Reverend begannen mit dem 150. Psalm: Gelobt seist Du, o Herr.
Die erste Patientin legte sich, mit einem Slip bekleidet, auf die Behandlungsliege und erklärte dem Dolmetscher ihr Magen-Darm Leiden. Der Reverend hob seine Hände in Brusthöhe und richtete seine Zeigefinger auf den Magen und - ohne seinen Psalm zu unterbrechen - berührte er mit seinen Fingerspitzen die Bauchdecke, drang durch die Haut, und es bildete sich eine Körperöffnung von 3 mal 1 cm. Sofort rann Blutwasser über die Haut, und zwischen seinen Zeigefingern entwickelte sich die materialisierte Form der Krankheit:
Ein Stück menschliches Gewebe von 3 cm Länge und 0,5 cm Stärke wurde sichtbar und allen gezeigt, auch, damit es fotografiert werden konnte. Die Öffnung des Bauches schloß sich. Das Blut wurde abgewischt, und ein schwach roter Fleck war nach weiteren 4 Minuten verschwunden. Der Reverend beendete jetzt den Psalm: Alles, was Atem hat, preise den Herrn.’
Viele sahen zum ersten Mal eine geist-chirurgische Operation, und ihr Erstaunen und Zweifel waren ihnen im Gesicht anzusehen.
Ein neuer Patient nahm den Platz auf der Liege ein und ordnete sein Handtuch. Der Reverend begab sich in den ’Schutz des Allerhöchsten’ und besprach mit IHM die nächste Operation.
Im stillen habe ich immer wieder unsere Patienten bewundert, wenn sie ihren eigenen Operationen zusahen und voller Vertrauen dem Heiler ihren Körper überließen.
Heiler, das waren danach wieder Hausfrauen, Geistliche oder Bauern, die den Körper öffneten, Tumore entfernten, Knochen korrigierten und nie eine Stunde Anatomieunterricht gehabt hatten. Paranormalität ist mit Logik erst einmal schwer zu verstehen ... Nach dem Eingriff - ohne das Lob Gottes zu unterbrechen, setzte sich der Reverend hin, und der Patient, nicht fühlend und wissend, was geschehen war, fragte, warum er nicht anfängt. Die Kassette mit Gregorianischem Choral, die das Besondere dieser Behandlung betonte, war abgelaufen und mußte umgedreht werden ...
Die Geist-Chirurgie, als eine Variante der Paramedizin, hatte mich schon immer fasziniert. Woher wußte der Heiler, was zuerst behandelt werden müßte? War jede Krankheit für ihn gleich und spielte das überhaupt eine Rolle? Oder setzte er nur die Selbstheilungskräfte in Gang?
Herz und Prostatabeschwerden, Colitis ulcerosa, MS, Krebs in den verschiedenen Organen, Grauer Star mit drohender Erblindung, Tennisarm, hoher Blutdruck, Durchblutungsstörungen oder Stoffwechselregulierungen, alles Krankheiten, die menschliches Leben so scheinbar unnötig erschweren, alles wurde aufgegriffen und IHM, dem Schöpfer des Geschöpfes Mensch vorgetragen. Die Barmherzigkeit Gottes erfüllt den Raum ...
Bei einigen von uns holte der Reverend die Watte wieder aus dem Bauch, die er am vorherigen Tag - allen sichtbar - in die Bauchhaut geschoben hatte. Jetzt, nach der ’Reinigung’ war sie mit Blut und Gewebe behaftet ... Der Reverend ging jetzt deutlich sichtbar vom Trance in den Normalzustand über, erbat eine Cola und sog genußvoll an einer Zigarette ...
Jetzt begannen die Heiler die Therapie der Ölmassage vorzubereiten:
Auf einem Kocher siedete das teure Kokosöl, der Reverend segnete es, griff hinein und besprengte die Hände seiner Heilerkollegen: Asperges me..., besprenge mich, o Herr ... sang der Chor der Mönche auf der Kassette ...
Wie sagte doch der Reverend, als ihm eine Frau so spontan dankte? Abwehrend rief er: Nicht ich, sondern: Preise den Herrn!'
Der Reverend nahm nur Spenden an. Jeder gab, was ihm die Behandlung wert war und legte Geld, Süßigkeiten, Kugelschreiber, Kaffee, gebrauchte Kleidung auf ein Tablett ...
Am Abend fragte mich eine Frau aus der Gruppe, ob ich die vier Engel um ihn herum gesehen hätte. Hatte ich nicht, da ich nicht hellsichtig bin. Mir war aber, als wäre ein Engel dagewesen ...
Was ist Geist-Chirurgie?
Nicht eine andere Art schulmedizinischer Chirurgie, sondern aus unserer Sicht ein paranormales Heilungsgeschehen. Es wird nur in Brasilien und auf den Philippinen praktiziert.
Störungen und Krankheiten erkennt der Heiler in der Ganzheit seines Patienten. Durch seine Mental-Energie, verbunden mit seinem Bewußtsein, dematerialisiert er Krankheiten - Geschwulste - Schmerzen und verschiebt das in einem psycho-plastischen Vorgang durch den Körper und rematerialisiert es auf der Haut. Zugleich wird die energetische Grundregulation wieder aktiviert, so daß die Selbstheilungskräfte funktionieren können ...
Der operative Vorgang ist immer schmerzlos. Betäubung und Asepsis sind nicht erforderlich, Nebenwirkungen nicht bekannt, wenig Blutverlust, Zeit 3 - 8 Minuten und unabhängig von der religiösen Einstellungen" (Faltblatt des AK, Waldstr. 20, 23611 Bad Schwartau).
Über die an ihm selbst vollzogene Geist - Operation schreibt Veldung:
"Nachdem ich mich später intensiv mit ’Geistigen Heilweisen’ beschäftigt hatte und z.B. in Rio die Operation von Dr. Fritz erlebt hatte, flog ich mit einer Gruppe von Kollegen auf die Philippinen. Aus Gründen der medizinischen Dokumentation und um die Beschwerden zu übersetzen, habe ich direkt 250 geistchirurgische oder paramedizinische Eingriffe in den Körper erlebt ...
Nach einem Gebet legte die Heilerin ein weißes Handtuch auf meinen Oberkörper, das für sie eine Art Röntgengerät war.
In Stichworten sagte sie, daß am Herzen und an der Prostata etwas gemacht werden müßte. Auch wollte sie die aufsteigenden Arterien reinigen und die Leber entschlacken.
Sie machte mit ihrem Finger einen psychokinetischen Schnitt (in der Luft) über meiner Herzgegend. Es floß etwas Blut, und ich sah, wie sie mir Klumpen geronnenen Blutes zeigte. Dann nahm sie als Apport dematerialisiertes (pathologisches?) Material, das sich in der Wunde rematerialisierte und gab es mir. Es war einwandfrei menschliches Gewebe. Den Eingriff in meine Prostata filmte meine Kollegin. Ich spürte nichts. Niemals hätte ich mich bei einem Urologen auf den Tisch gelegt, denn die verhängnisvollen Nachteile einer schulmedizinischen Operation waren mir bekannt.
Es wurde die lustigste Operation, die ich je erlebte. Am Skrotum (Hodensack) nahm die Heilerin die Watte wieder aus dem Körper, die sie mir in die Stirn gesteckt hatte. Ich wurde dann noch mit Energie aufgeladen, was ich als Prickeln empfand, und nach einem weiteren Gebet war nach einigen Minuten die Behandlung beendet.
Wie hoch sind die Heilungsquoten? Es gibt keine exakten statistischen Unterlagen ... Als Richtwert gilt: Ca 3 % Spontanheilungen, 30 % Besserung oder Heilung in 14 Tagen, 30 % Besserung oder Heilung in bis zu 6 Monaten, 30 % ohne Resonanz" (ebda).
In seinem Faltblatt "Meine Begegnung mit dem Heiler und Geist Chirurgen Johannes" schreibt Veldung u.a.:
"Der OP war ein Raum in einem Hotel auf den Philippinen ... An der getünchten Wand hing das Gnadenbild der Muttergottes von Guadalupe aus Mexiko City ... Ein Heiler hielt die Heilige Schrift aufgeschlagen mit dem 17. Kapitel des Johannes Evangeliums zwischen den Händen und richtete sie auf die kranke Stelle im Kopf ...
Im Hintergrund spielte leise ein Kassettenrekorder die gregorianische Version des ’Veni creator spiritus’, ein Hymnus oder Lobpreis auf den Heiligen Geist, ohne den nichts geschieht.
Bruder John (Johannes) legte den Kopf des Mannes auf eine Bibel in der Landessprache Tagalog. Mit seinen Händen glitt er dann über den nackten Körper ... Vorsichtig legte er dann seine Hände auf den Kopf und forderte ihn auf, zu beten und sich auf die Heilung zu konzentrieren. Dann ging alles sehr schnell:
Er nahm den linken Zeigefinger einer unserer Patientinnen und machte 30 cm oberhalb der Schläfe einen Schnitt in der Luft. Sofort zeigte sich auf der Schläfenhaut ein 4 cm langer Schnitt, der sich langsam mit Blut füllte. Auf diese Körperöffnung durch einen psychokinetischen Schnitt legte er eine 1 Peso Münze, etwas Watte, die ein anderer Heiler mit einem Feuerzeug anzündete und gleich mit einem Schnapsglas - als Schröpfglas, überdeckte ... Die 4 Heiler warteten und beteten still. John nahm das Schröpfglas ab ... und entwickelte unter leichtem Ziehen ein daumengroßes, rotes Stück Gewebe, die materialisierte Form der Krankheit ...
Der Heiler John tat das Beste, was er tun konnte, zu heilen mit den Worten des Sohnes Gottes, als wäre Er hier. Die Ausgabe des Buches der Bücher, voller Ölflecken und die vom Schweiß unzähliger Kranker gewellten Seiten, schien nichts von ihrer ursprünglichen Energie eingebüßt zu haben. Es war, als würde sich diese göttliche Energie nie verbrauchen ...
Die geist-chirurgischen operativen Eingriffe geschahen sehr schnell. Wieder spielte sich das gleiche Ritual bei einer krebskranken Lehrerin ab:
Aus dem Unterleib, eine Handbreite über dem Schambein, zog John jetzt Plastikfäden, Haarbüschel und eine Plexiglasscheibe hervor. ’Witchcraft’ sagte John ohne Betonung und meinte eine negative Beeinflussung durch dämonische Wesen, schwarze Magie oder eine Verfluchung ...
Ihr Heiler gab ihr dann noch ein ungewöhnliches ’Medikament’ mit - die Versöhnung: Du sollst noch vor Sonnenuntergang all den Menschen verzeihen, die dich verletzt, verleumdet und gedemütigt haben (ebda).
Veldung meint in gutem Glauben, die geschilderten "charismatisch-katholischen" Geist-Heilungen von magischer Geist-Chirurgie unterscheiden zu können.
Über die kath. Geist-Heilerin Nieves, die mit einem kath. Priester und "Energiemasseur" zusammenarbeitet, schreibt er:
"Sie gehört nicht zu den Heilmagiern, die ihre paranormalen Fähigkeiten zur Verblüffung der Heilungstouristen einsetzen. Durch eine Show lassen diese sich irritieren. Ihr Heilungsegoismus ist so grenzenlos, daß sie sich nur von den ’besten Heilern’ behandeln lassen wollen und dabei nicht merken, daß sie Magiern und Scharlatanen aufgesessen sind.
Hier war alles offensichtlich, nichts war geheimnisvoll oder mit Tricks gespielt. Wir waren dabei. Aber haben wir das Wirken des Heiligen Geistes verstanden, den die Heiler zu Beginn eingeladen hatten?"
Auch Nieves "operiert" unter einem Marienbild, segnet zusammen mit 5 anderen Heilerinnen und 3 Energiemasseuren "unser mitgebrachtes Mineralwasser, das vor den Behandlungen getrunken werden sollte und unser Kokosöl, mit dem wir uns täglich massierten".
Zu Beginn einer jeden Behandlung "gingen ihre Hände über den Körper ... Ihre Fingerspitzen drangen über und in die Haut. Blutwasser lief ... Die materialisierte Form der Krankheit nahm sie aus den kleinen, von ihr geschaffenen Körperöffnungen und legte sie auf die Hautfläche des Bauches, der Arme oder des Kopfes. Unter den knautschenden Handbewegungen bildeten sich auf der Bauchdecke unterschiedliche Formen von Gewebe. Dann drückte sie offensichtlich Watte in die erkrankten Bereiche, um sie am nächsten Tag, oft an anderer Stelle, wieder zu entfernen ...
Auf einen Bogen Papier schrieb sie sehr schnell einige Sätze, die wir nicht lesen konnten. Am Abend sollte die Frau diesen Zettel verbrennen und die Asche mit einem Glas Saft trinken. Während des ’Automatischen Schreibens’ hatte Nieves Zugang zu Heil-Informationen aus einer anderen Dimension ...
Im Hintergrund unseres Behandlungsraumes saß der Geistliche auf einem Stuhl, in sich versunken ... Dieser einfache, schlichte Priester war nicht als Theologe hier, sondern als Energiearbeiter. Nach den operativen Behandlungen lud er die verbrauchte Energie durch Massagen wieder auf. Keiner wollte darauf verzichten ...
Eine Frau kam nach ihrer Behandlung zurück. Sie hatte starke Schmerzen... eine Form der Erstverschlimmerung... Nachdem der Schmerz wegmassiert war, setzte sich Nieves, hielt ihre Hände vors Gesicht, und mit tiefen Atemzügen und Erschütterungen kam sie aus ihrer Trance in unsere Wirklichkeit zurück" (Faltblatt "Meine Begegnung mit der Heilerin und Geist Chirurgin Nieves").
Wissenschaftliche Untersuchungen der "Geist - Chirurgie" beweisen, daß diese entweder auf Magie oder Betrug beruht.
Der ev. Pfr. Dr. Kurt Koch nennt die Trancechirurgie ein spiritisches Phänomen, in dem es zu Apporten kommt. Diese Apporte bedeuten ein Auftauchen und Verschwinden von Gegenständen in geschlossenen Räumen, sog. Dematerialisationen. Er warnt ausdrücklich vor diesen dämonischen Praktiken, die immer eine Belastung des Seelen-und Glaubenslebens mit sich bringen.
Geistheiler Bruno Gröning
(Siehe unter Geistheiler bei www.horst-koch.de)
Mesmerismus
Franz Anton Mesmer (1734-1815) lehrte, einige Menschen seien - wie er - mit der Kraft des "Magnetismus" begabt.
Durch "über den Körper streichen", Handauflegung oder Berühren mit besonderen Eisenstangen könnten Kranke an der magnetischen Heilkraft Anteil haben und geheilt werden.
Die "Strahlung des Magnetiseurs" ist physikalisch nicht nachweisbar. Mesmer wurde als Betrüger entlarvt, mußte Wien, wo er eine lukrative Praxis unterhielt, verlassen und ließ sich in Paris nieder. Dort führte er "spiritistische Massenheilungen" vor und versprach, seine Heilmethode all denen zu offenbaren, die eine bestimmte Gebühr einzahlten. Dieses nie eingelöste Versprechen brachte ihm 340 000 Livres ein.
Zwei vom Staat bestellte Ärzte-Kommissionen, die den sog. Mesmerismus untersuchten, kamen zu dem Ergebnis, daß der sog. "Heil-Magnetismus aller Realität bar und das Werk einer aufgeregten Einbildungskraft, wenn nicht gar absichtlicher Betrug" sei.
Mesmer wurde aus Frankreich ausgewiesen, kehrte nach Deutschland zurück, (wo er 1734 in Iznang am Bodensee geboren wurde) und starb 1815 in Meersburg am Bodensee.
Noch heute stehen Mesmers Irrlehren Pate bei einer Vielzahl esoterischer Heilverfahren, die sich angeblich "magnetischer Kräfte" bedienen und durch Handauflegung "heilmagnetisches Fluidum" auf andere zu übertragen vorgeben.
Spiritistische Heiler
Seit 1991 zieht die niederländische Geistheilerin Jomanda Tausende Heilungssuchende nach Tiel, nahe Arnheim, in eine mit 3000 Plätzen gefüllte Halle. Die Heilungsveranstaltungen beginnen mit einem englischen Song, dessen Refrain von allen gesungen wird: "Wir sind jetzt alle zusammen, um die Kraft des Lichtes zu bekommen und zu fühlen, wie die Energie nach innen geht". Solo singt Jomanda: "Wenn einst alle Christen und Moslems, Buddhisten und Hindus, arm und reich, solchermaßen sich auf eine höhere gemeinsame Kraft besinnen, dann könnte Frieden auf Erden sein."
"Auf die Bitte Jomandas an das Publikum, die Bühne zu betreten, rutschen einige von ihren Stühlen und kriechen, wie ferngesteuert, mit roboterhaften Bewegungen durch den Saal.
In Trance liegen Menschen am Boden, Gelähmte springen aus ihren Rollstühlen und rennen drei Stunden lang umher (nach dem Erwachen erinnern sie sich nicht mehr und werden in den Rollstuhl zurückgetragen).
Andere brechen in lautes Weinen aus oder in schallendes Gelächter (sie lachen sich gesund), bleiben, wie von einer fremden Macht gefesselt, sitzen oder fallen rückwärts von ihren Stühlen.
Bei der Heilbehandlung durch Handauflegung von Jomanda (etwa zwei bis drei Sekunden) fangen weitere Menschen an zu zucken, zu zittern, fühlen sich gewürgt oder spüren Stiche wie bei einer Injektion. Jomanda erklärt, nicht sie heile, sie sei nur Werkzeug, sondern verstorbene Ärzte von der anderen Seite. Der Saal sei voller Lichtwesen, die auch spirituelle Operationen durchführten. Tatsächlich behalten einzelne Besucher Narben oder Hautrötungen für einige Tage zurück. Niemand dürfe einen in Narkose (Trance) liegenden Menschen anfassen, das könnte starke Schmerzen auslösen.
Am Ende der Veranstaltungen werden alle Besucher kostenlos mit ’aufgeladenen' Fotos und guten Ratschlägen von Jomanda versorgt:
Wasser könne auch vor dem Radioapparat mit Heilkraft aufgeladen werden, wenn Jomanda sonntags regelmäßig über den Rundfunk zu hören ist.
Die reichlich fließenden Spenden werden von einer Stiftung verwaltet und für gute Zwecke, für humanitäre Projekte ausgegeben. Überhaupt will Jomanda nur Gutes: Frieden und Liebe auf die Erde bringen".
Diesen Bericht (Archiv der Vereinigung zum Schutz schwacher und hilfloser Menschen) ergänzt die Augenzeugin mit dem Kommentar:
"Vergleicht man dieses Happening mit charismatischen Veranstaltungen, so ergeben sich viele Ähnlichkeiten. Lachen können die Dämonen auf alle Fälle, gelingt es ihnen doch, die Menschen ihrer Würde zu berauben und sie wie Tiere am Boden kriechen zu lassen. Allerdings wird bei Jomanda nicht gebrüllt, geknurrt oder gegackert wie bei charismatischen Veranstaltungen, wo das Gebrüll z.B. als das ’Brüllen des Löwen von Juda' gedeutet wird."
Geistheilung im Urteil der Bibel
Die bei Wunderheilungen von Pfingstlern, Charismatikern und "Heilern" auftretenden Phänomene sind der Bibel unbekannt.
Kein einziges Heilungswunder JESU oder der Apostel war mit Rückwärtsfallen, krampfartigen Zuckungen, Zittern, Schreien, "heiligem Lachen", Hüpfen oder Tierlauten verbunden.
Von GOTT ergriffene Menschen fallen in Ehrfurcht stets nach vorn - auf ihr Angesicht oder auf die Knie. Das belegen zahlreiche Bibelstellen:
"Da erschien die Herrlichkeit des HERRN dem ganzen Volke ... Als das Volk dies sah, jubelte es, und alle fielen auf ihr Angesicht" (3 Mos, 9, 24).
"Ich fiel auf meine Knie nieder und breitete meine Hände zum HERRN, meinem GOTT aus" (Esra, 9,5).
Zu Boden stürzt, wer vom Gericht GOTTES getroffen ist, wer versucht, Macht über GOTT auszuüben, oder von Dämonen Besessene während eines Exorzismus:
"Als der Bote die Bundeslade GOTTES erwähnte (daß sie geraubt worden war), fiel Eli rücklings vom Stuhl" (Sam 4, 18).
"Sogleich stürzte Saul seiner ganzen Länge nach zu Boden und geriet in große Angst" (1 Sam 28, 20).
"Als ER nun zu ihnen (bei seiner Gefangennahme) sagte: ICH BIN es!', da wichen sie zurück und fielen zu Boden" (Joh 18,6).
"Bei dem Anblick JESU schüttelte ihn (den Besessenen) der Geist; er fiel auf die Erde, wälzte sich und schäumte ... Unter lautem Geschrei und heftigen Zuckungen fuhr er (der Dämon) aus" (Mk 9,20).
Die bei Geistheilungen zu beobachtenden körperlichen Reaktionen werden auch von Völkerkundlern in zahlreichen Publikationen über heidnische Völker beschrieben. Auch die im Namen JESU gewirkten Heilungen sind keine Garantie für ein Wirken GOTTES: "Viele werden an jenem Tage zu MIR sagen: HERR, haben wir nicht in Deinem Namen viele Wunder gewirkt?' Alsdann werde ICH ihnen offen erklären: Niemals habe ICH euch gekannt! Weichet von MIR, ihr Übeltäter!' (Mt 7,12 f).
Schon der Apostel Paulus mahnte: "Lege keinem voreilig die Hände auf, und mache dich nicht fremder Sünden mit schuldig. Halte dich selbst rein" (1. Tim 5,22).
Geistheiler und alle Esoteriker, die durch Handauflegung "Heilkraft" übertragen wollen, mißbrauchen das wirkmächtige Symbol der Handauflegung, die bereits im Alten Testament bekannt war zur Übertragung von Vollmachten (Erstgeburtsrecht und Amtsvollmacht).
Durch Handauflegung segnete und heilte JESUS CHRISTUS und in Seinem Auftrag heilten auch die Apostel:
"Da brachte man Kinder zu IHM, damit ER ihnen die Hände auflegte und für sie betete" (Mt 19,13).
"Paulus ging zu ihm hinein und betete; dann legte er ihm die Hände auf und heilte ihn" (Apg 28,8).
Die Handauflegung in Auftrag und Namen JESU CHRISTI ist in der katholischen Kirche bei der Sakramentenspendung der Firmung und Priesterweihe heiliges und wirkmächtiges Zeichen.
Unter Handauflegung wird den Priestern die Kraft der Sündenvergebung übertragen: "Da legten sie (Petrus und Johannes) ihnen die Hände auf, und sie empfingen den HEILIGEN GEIST (Apg 8,17).
Durch Handauflegung wird der HEILIGE GEIST mitgeteilt, und durch Handauflegung beim Exorzismus werden Dämonen ausgetrieben. Deshalb setzt Satan alles daran, die Handauflegung für seine Zwecke zu vereinnahmen und Lügenwunder zu wirken, wozu er die Macht hat:
"Der Widersacher, der sich erhebt über alles, was GOTT und Heiligtum heißt.... der sich für GOTT ausgibt... Sein Auftreten geschieht mit Teufelskraft unter allen möglichen Trugzeichen und Lügenwundern" (2.Thess 2,4f).
In welchem Bereich kann der Truggeist durch Scheinwunder mehr Macht über die Menschen gewinnen als im esoterisch-medizinischen?
"Heiler" sind nicht wie die Apostel von JESUS CHRISTUS bevollmächtigt und berechtigt, Heilwunder zu wirken. Sie maßen sich die Gabe der Heilung an, täuschen hilfesuchende Menschen und bringen sie in Abhängigkeit von okkulten Kräften.
Heilungen durch Häretiker und Esoteriker sind nicht von GOTT geschenkt auch nicht, wenn sie in Heilungsgottesdiensten gewirkt werden. Sie müssen als "Heilzauber" verworfen und gemieden werden.
Scharf verurteilt die Bibel, Handauflegung als "Heilzauber" zu mißbrauchen:
"Als aber Simon sah, daß durch die Handauflegung der Apo¬stel der HEILIGE GEIST verliehen werde, bot er ihnen Geld an mit der Bitte: Gebt auch mir diese Gewalt, daß jeder, dem ich die Hände auflege, den HEILIGEN GEIST empfange.'
Petrus aber erwiderte ihm:
„Dein Geld fahre samt dir ins Verderben, weil du gemeint hast, die Gabe GOTTES für Geld zu erwerben. Du hast keinen Anteil und kein Anrecht darauf, denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor GOTT“ (Apg 8,18f).
Handlesen
Das Schicksal eines Menschen aus der Hand zu wahrsagen, ist Chiromantie, uralt und oft verflochten mit Astrologie. Heute hat das Handlesen - wie die Astrologie - auch seinen Platz in der esoterischen Medizin.
Handleser bezeichnen sich als "Chirologen". Ihre Diagnostik nennen sie "Chirologie" (gr.: cheir = Hand und logos = Lehre). Nahezu alle Krankheiten wollen Chirologen aus der Hand lesen können, auch Aids und Homosexualität.
Trotz erheblicher Widersprüche in der Deutung von Handzeichen, lassen sich bei Chirologen gemeinsame Vorgehensweisen darstellen:
Sie alle beobachten die Handform, die Festigkeit, Farbe und Beweglichkeit der Hände und die auf den Handflächen befindlichen Furchen bzw. Papillar Leisten auf den Fingerkuppen und in der Hand.
Widersprüche in der Deutung der Zeichen erklären Chirologen mit dem Hinweis, die Handlesekunst sei Begabung von "Auserwählten", von "Sehern".
Vergleichende Untersuchungen von Publikationen über die Chirologie zeigen, daß die Handzeichen weder eindeutig charakterisiert werden, noch Chirologen übereinstimmend Auskunft ge¬ben über eine akute, bevorstehende oder überwundene Erkrankung oder über Krankheits Dispositionen. Es fehlen z.B. übereinstimmende Angaben über Länge der Furchen bzw. Leisten, über deren Anfangs und Endpunkte, ihre Winkelmaße usw.
Forschungen der Wissenschaftlerin Jasmin ei Mahmoud mit Patienten der Uni Klinik Marburg, deren Gallenwegserkrankungen durch klinische Untersuchungen eindeutig nachgewiesen waren, ergaben, daß diese aus der Hand nicht erkannt werden konnten.
In einer Voruntersuchung hatte el Mahmoud festgestellt, daß Chirologen Zeichen eines Herzfehlers bei 60,3% der Patienten aus der Hand diagnostizierten, die Gesamtbevölkerung aber nur 0,2% echte Herzfehler aufweist, und daß ein Zeichen für Gallensteine in der Chirologie völlig fehlt, während 15 20% der Bevölkerung an Gallensteinen leidet.
Das Ergebnis der Hauptuntersuchung faßt el Mahmoud zusammen:
"Aus der Analyse geht hervor, daß es sich bei der Chirologie um ein paramedizinisches Verfahren handelt... Kritische Aufklärung auf diesem Gebiet erscheint daher dringend notwendig... Chirologische Pseudodiagnostik, wie sie zur Zeit betrieben wird, kann nur als Scharlatanerie bezeichnet werden" (I. Oepen, Paramedizin, S. 37f).
Chirologie ist nach wie vor Chiromantie, Wahrsagerei, die von GOTT verboten ist.
Hildegard Medizin
Hildegard von Bingen (1098 - 1179), eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Mittelalters, erste deutsche Naturforscherin und Mystikerin, war von Kindheit an visionär begnadet. Ihre bedeutendsten mystischen Werke sind: Liber Scivias, Liber vitae meritorum und Liber divinorum operum. Diese Bücher wurden von Hildegard unter Antrieb einer "inneren Stimme" herausgegeben, die ihr befahl, das Geschaute zu offenbaren.
Die medizinischen und naturwissenschaftlichen Schriften Hildegards, so das Ergebnis heutiger Forschung, sind nicht visionären Ursprungs, sondern Sammlungen mittelalterlichen Wissens und deshalb nicht nur überholt, sondern z.T. falsch und als therapeutische Anleitungen gefährlich.
Die medizinische Schrift Hildegards Causae et Curae ist nur als Handschrift aus dem 13. Jahrhundert erhalten, liegt also nicht im Original vor. Das fälschlich Hildegard zugeschriebene Buch eines unbekannten mittelalterlichen Verfassers "Von den Steinen" wurde erst im 16. Jahrhundert (1533 und in 2. Auflage 1544, Augsburg) ihrem Werk "Physica" (Naturkunde) hinzugefügt.
In 26 Kapiteln werden Entstehung, Qualität, Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Steinen beschrieben. So soll z.B. der Magnetstein aus dem Speichel giftiger Schlangen und der Ligurit bzw. Titanit aus Luchs Urin entstanden sein.
Viele Aussagen widersprechen dem christlichen Weltbild Hildegards und müssen als magisch und abergläubisch verworfen werden.
Der Medizinhistoriker Heinrich Schipperges faßt nach gründlichen Recherchen zusammen:
"Angesichts der zunehmenden Aktivitäten einer sog. Hildegard Medizin haben wir festzustellen, daß die naturkundlichen Schriften natürlichen Erfahrungen entstammen und dem Wissensstand der damaligen Zeit entsprechen... Die Versuche, eine durchaus berechtigte Naturheilkunde als Hildegard Medi¬zin' in die ärztliche Praxis und in den Bereich der Apotheke zu bringen, entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage" (Hildegard von Bingen, S. 65).
In neuer Übersetzung (1985) machten Dr. med. Gottfried Hertzka und Dr. Wighard Strehlow das Buch des anonymen mittelalterlichen Verfassers als "Edelsteinmedizin der heiligen Hildegard" vor allem Katholiken bekannt, um es später in der Esoterik Szene gewinnbringend zu vermarkten (Bauer Verlag, Freiburg).
Als wörtlich von GOTT diktiert und darauf legen beide Herausgeber wert soll Hildegard u.a. folgende Empfehlung gegeben haben:
"Ehe ein Mensch zu Bett geht, trage er allabendlich einen Achat offen (auf der flachen Hand liegend) kreuzweise durch das Haus, der ganzen Hauslänge nach und auch in der ganzen Breite. Dort werden Diebe ihr Handwerk weniger nach Belieben ausüben und beim Stehlen weniger Erfolg haben" (a.a.0. S. 21).
Diese Anweisung sei "sicher hildegardisch" betonen die Übersetzer des mittelalterlichen Edelsteinbuches.
Nur "peinlich genaues Befolgen der Vorschriften führt zum Erfolg", so vor allem der therapeutischen, da sie ja Offenbarungen Gottes seien:
"Das mystische Diktat stellte Hildegard die Wortwahl nicht frei." So mache der Achat "geschickt und feinfühlig und klug im Gespräch, weil der Achat aus Feuer, Luft und Wasser geboren wurde" (ebda S. 18).
Ein Epileptiker könne geheilt werden, wenn "er einen Achat drei Tage lang ins Wasser legt, wenn der Mond eben voll geworden ist. Am vierten Tag nehme er ihn wieder heraus und koche dieses Wasser leicht, ohne daß es aufwallt. Dieses Wasser soll er aufheben und damit alle Speisen kochen, die er verzehrt, bis der Mond ganz abgenommen hat" (ebda S.19).
Lebensgefährlich sind Therapien, die einen rechtzeitigen Arztbesuch verhindern, wie z.B.: "Wo eine Spinne den Menschen an einer Körperstelle fixiert, da streiche man den Stein (Ametyst) über die Bißstelle, und er wird geheilt werden." Hertzka und Strehlow kommentieren: " Sehr wohl ist auch an einen Zeckenbiß zu denken, dessen Gefährlichkeit in den letzten Jahren in zunehmendem Maße erkannt worden ist. Unseren Wanderern in Wald und Flur kann man nur raten, sich mit einem Ametyst bewaffnet auf den Weg zu machen. Die Zecken, die hauptsächlich im Unterholz auf ihre Opfer lauern, gehören nämlich zu den Gliederfüßlern wie die Spinnen auch" (ebda S. 28).
Wer sich auf einen Stein verläßt, für den wird jede Hilfe gegen die gefährliche Zecken Infektion wie Hirnhautentzündung oder Borreliose zu spät kommen.
Zahlreiche andere Beispiele beweisen mangelndes Verantwortungsbewußtsein dem Kranken gegenüber:
"Sogleich, wenn ein Mensch Gift aß oder trank, schabe er vom Beryll etwas Pulver in (Quell ) Brunnenwasser oder auch in anderes Wasser und trinke das sogleich. So an fünf Tagen einmal täglich nüchtern getrunken, wird er das Gift entweder durch Brechreiz ausspeien, oder es läuft durch den Magen hindurch und verläßt ihn hinten (mit dem Stuhlgang)" (ebda S.47).
Theologisch völlig unhaltbar sind therapeutische Empfehlungen zur Heilung von Besessenheit:
"Alle Edelsteine sind ihrer Natur nach dem Bösen feind", soll Hildegard in der Einleitung zu "ihrem" Edelsteinbuch geschrieben haben (ebda S.10):
"Wenn ein Mensch vom Teufel besessen ist, so gieße man ein wenig Wasser über den Chrysopras und spreche dabei:
„O, Wasser, ich gieße dich über diesen Stein mit jener Macht, durch welche Gott die Sonne mit dem Lauf des Mondes verknüpfte.' Und dieses Wasser sollst du dem Besessenen zu trinken geben ... An jenem ganzen Tag wird der Teufel in ihm gequält und immer schwächer und übt dann seine Kräfte in ihm nicht so aus, wie er es vorher getan. So verfahre an fünf Tagen.
Am 5. Tag aber mache mit dem Wasser ein dünnes Brötchen, ein Dürrbrot, und gib es ihm zu essen, auf welche Weise du es kannst. Wenn der Luftdämon kein bösartiger ist, wird er von jenem Menschen weichen."
Auf folgende Weise könne man erkennen, ob der Luftdämon harmlos oder bösartig sei:
"Wenn der Mensch gerne lacht und andere Menschen freundlich, d.h. holdselig ansieht, auch wenn er zwischendurch ab und zu mit den


