Ist die Bibel glaubwürdig?Zunächst gibt es 3 Ansätze:
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Das Punkt 3 der wichtigste Punkt ist, ergibt sich schon aus der Frage: „Was ist Wahrheit bzw. glaubwürdig"? Ist es das, was wir in der Schule erzählt bekommen? Wie sieht es z.B. in Diktaturen oder in kommunistischen Ländern damit aus?
Aber auch hier werden nachweislich oft nur „Meinungen" gelehrt. Gerade im Wissenschaftlichen Bereich müssen immer wieder Gedankenmodelle neuen Erkenntnissen weichen. So ist die Evolutionstheorie - wie der Name schon sagt - nur eine Theorie, die zudem Wissenschaftlich unhaltbar ist!
Nur die persönliche Erfahrung hilft auf diesem Gebiet weiter, zumal die Wissenschaft an die 4 Dimensionen (Höhe, Breite, Tiefe und Zeit) gebunden sind, die Welt von der die Bibel spricht aber mindestens eine weitere Dimension kennt und hauptsächlich dort abläuft!
In England traf ein Professor den ehemaligen Hindu-Lehrer Sadhu Sundar Singh.
Er stellte ihm die Frage, welche Wertvorstellungen der christliche Lehre - die seiner Meinung nach dem Hinduismus weit überlegen wären - den Saddu überzeugt hätten, zum Christentum über zu treten.
Sadhu Sundar Singh antwortete, dass KEINE Lehre ihn überzeugt hätten. Es war die persönliche Begegnung mit Jesus Christus.
Haben Sie auch schon eine Begegnung mit dem lebendigen Gott gehabt? Wenn ja, benötige Sie keine „Beweise" - egal welcher Natur!
Wenn nein, warum versuchen Sie es nicht einmal? Jesus sagt, wer ihn WIRKLICH von HERZEN sucht, wird ihn auch finden!
Ich für meinen Teil habe unzählige male erlebt, dass Gott lebt. Wollen Sie vielleicht einen Beweis von mir? Nun, die Pharisäer zur Zeit Jesus „glaubten" auch - hatten aber nie selbst eine persönliche Beziehung zu Gott gehabt bzw. wirklich Gott innerlich gesucht und wollten letztlich nicht, dass Gott Herr über ihr Leben sein sollte! Was hilft also ein Beweis!
Wollen Sie WIRKLICH die Wahrheit hierzu finden: Bitte sehr, hier eine Botschaft Gottes an sie:
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Suchet mich, so werdet ihr leben! Geht nicht nach .... (fromme Orte sind hier erwähnt, wo 'nur' fromme Show abgezogen wurde - hier findet man keine wirkliche Hilfe!) ... Nein, suchet MICH (Gott), SO werdet ihr leben! Amos 5,4-5 |
Also noch mal: Bei vielen Menschen (auch in der Bibel) fing die Erkenntnis in der Wüste bzw. in der Einsamkeit an, dort wo man am besten auf sein eigenes Herz und auf Gott hören kann.
Ich möchte Sie einladen, sich auf die Suche nach Gott zu machen! - Gott hat sich bereits schon auf die Suche nach Ihnen gemacht!
Sind Wahrhaftigkeitsbeweise biblischer Aussagen gottgewollt? |
Es ist doch ein verlockender Gedanke: Man macht eine Zeitreise, sieht die Schöpfung, Adam und Eva, die Sintflut, Abraham und selbst die Predigten und das Leben von Jesus Christus und nimmt gleich alles mit einer Kamera auf. Schon hat man Super-Beweise in der Tasche. Dazu kann man auch noch großspurig zu Archäologen gehen und ihnen sagen wo sie was finden können. Das wäre doch der perfekte Beweis für die Wahrhaftigkeit der Bibel!
Wäre das nicht super? Wäre das nicht erstrebenswert?
STOP!!!
Wäre das aber im Sinne Gottes? Sagt Gott nicht:
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"Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich ihnen helfe." Joh. 12,40 |
Warum will Gott nicht, dass man gleich die Wahrheit erkennt? Warum sagt er:
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Suchet mich, so werdet ihr leben. Amos 5,4b |
Warum soll man sich anstrengen, die Wahrheit zu finden?
Auch Jesus Christus machte es den Menschen nicht leicht:
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Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber ist's nicht gegeben. Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht. Matth. 13,10-13 |
Schauen wir uns mal die Frommen zur Zeit Jesu an. Johannes der Täufer wie auch Jesus beschuldigten sie böse zu sein:
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Als er nun viele Pharisäer und Sadduzäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Matth. 3,7 |
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Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Matth. 12,34 |
Jesus sprach ihnen sogar die Seligkeit ab:
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Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Matth. 5,20 |
Was war bei den Frommen falsch? Jesus sagte es klar:
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Aber weh euch Pharisäern! Denn ihr gebt den Zehnten von Minze und Raute und allerlei Gemüse, aber am Recht und an der Liebe Gottes geht ihr vorbei. Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen. Lukas 11,42 |
Sie hatten einen Kopfglauben, aber keine wahre Liebe zu Gott!
Das oberste Gebot heißt:
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Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: "Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt1 und von allen deinen Kräften" (5.Mose 6,4-5). Das andre ist dies: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (3.Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese. Matth 12,29-31 |
Es geht Gott um einen Herzensglauben. Nur wer seine Sündhaftigkeit erkennt, bereut und aufrichtige Buße tut, erfährt Vergebung und bekommt Zugang zu Gott. Nur wer Jesus Christus als Herrn und Heiland in seinem Leben aufnimmt wird wahren Frieden finden - und auch Früchte wie Demut und Liebe bringen, die Gott wohlgefällig sind.
Jesus warnt ganz klar:
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Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter! Matth 7,21-23 |
Man kann die scheinbar frommsten Taten tun - es nützt nichts, wenn man nicht Gottes Willen getan hat gilt man sogar als Übeltäter vor Gott.
Wer also vom Kopf her weiß: Es muss einen Gott geben, aber sich nicht vor ihm demütigt und ihm gehorcht, richtet sogar Schaden an.
Gott möchte GANZE Christen - mit Herz und Verstand - und keine halben, die nur im Kopf "glauben" aber der Glaube nicht bis ins Herz vorgedrungen ist!
Ganz oder gar nicht, heiß oder kalt ist Gottes Devise:
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Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! 16 Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.17 Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. 18 Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. Off 3,14-18 |
Das schlimme ist aber leider oft, dass diese frommen Menschen es gar nicht bemerken, dass sie nur einen Kopfglauben haben. Sie meinen sogar reich zu sein an Kenntnissen - aber die geistlichen Früchte fehlen!
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Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht. Galater 5,19-23 |
Gott macht es uns absichtlich nicht leicht. Im Gegenteil, er lässt sogar Probleme und Leid zu, um uns zu Läutern und zu prüfen!
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Siehe, ich habe dich geläutert, aber nicht wie Silber, sondern ich habe dich geprüft im Glutofen des Elends. Jesaja 48,10 |
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Viele werden gereinigt, geläutert und geprüft werden, aber die Gottlosen werden gottlos handeln; alle Gottlosen werden's nicht verstehen, aber die Verständigen werden's verstehen. Daniel 12,10 |
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Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. 1 Petrus 1,6-7 |
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Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen, und werden's nicht können. Lukas 13,24 |
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Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's, die ihn finden! Matth. 7,14 |
Schauen wir auf das Ziel: Einen neuen Himmel und eine neue Erde (Jesaja 65,17; Off. 21,1) - dann wird es uns klar, dass Gott uns prüfen muss und nur Christen die IHN von ganzem Herzen und allen Kräften lieben sein Wohlgefallen finden können. Dann verstehen wir auch, warum er es uns nicht so einfach macht!
Möge ein jeder Leser auch ohne äußere Beweise, aber mit dem Zeugnis Gottes im Herzen, Jesus Christus treu nachfolgen.
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Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Römer 8,16 |
Haben Sie schon erlebt, daß Jesus Christus lebt?
Wenn ja, brauchen Sie keinen weiteren Beweis mehr!
Wenn nein, würde ihnen wohl noch nicht mal der Beweis zum wahren Glauben verhelfen, wenn ein Toter auferstehen und die Wahrheit erzählen würde!
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Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde. Römer 8,16 |
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Prinzipien der Bibelauslegung |
Jeder Mensch, der ein literarisches Werk, wie in unserem Falle die Bibel, interpretiert, geht mit einem Vor-Urteil an den Text heran. Es gibt keine neutrale Textinterpretation; das eigene Weltbild, die eigene Philosophie, die eigenen Glaubensüberzeugungen spielen immer in das Verständnis der Texte hinein. Dieser Umstand ist nicht zu umgehen, aber, und das ist das Entscheidende, er muss uns bewusst sein und er muss auch bewusst kommuniziert werden.
Die Frage nach den Kriterien für die Auslegung der Bibel („Hermeneutik“) ist für die Arbeit von ProGenesis natürlich von entscheidender Bedeutung. Unsere Prinzipien, nach der wir die biblischen Texte interpretieren und verstehen, sollen daher an dieser Stelle erläutert werden.
Wenn wir uns auf die Suche nach Kriterien zur Interpretation eines Textes machen, so ist es am logischsten, zuerst einmal im entsprechenden Text selber nach diesen Kriterien zu suchen. Möglicherweise gibt er sie uns ja vor, weil der Verfasser des Textes sicherstellen wollte, dass man ihn richtig versteht. Bei einem kurzen Gedicht ist das ziemlich unwahrscheinlich, aber bei einem so umfangreichen Werk wie der Bibel ist es geradezu zu erwarten, dass man darin solche Hinweise findet.
Und tatsächlich findet man eine Reihe solcher Aussagen in der Bibel, die uns Leitlinien zu ihrer eigenen Auslegung („Exegese“) geben. Die beiden wichtigsten und deutlichsten sind 2.Petrus 1,20-21 und 2.Timotheus 3,16 (vgl. aber auch noch 1.Korinther 2,10-13):
a) 2.Petrus 1,20-21: „... indem ihr dies zuerst wisst, dass alle Weissagung der Schrift nicht aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern, getrieben vom Heiligen Geist, redeten Menschen von Gott her“.
b) 2.Timotheus 3,16: „Jedes Schriftwort/alle Schrift, von Gottes Geist eingehaucht, ist auch nützlich zur Lehre, zur Überführung zur Zurechtweisung, zur Erziehung, ...“
Zwei eminent wichtige Aussagen werden hier gemacht, einmal aus der Feder des Petrus, des ehemaligen Jüngers von Jesus, und einmal aus der Feder des Paulus, des grossen jüdischen Theologen und Apostels von Jesus.
1. Die erste Aussage lautet: Der Inhalt der biblischen Schriften geht nicht auf den Willen von Menschen zurück.
2. Die zweite Aussage lautet: Der Inhalt der biblischen Schriften geht vielmehr auf den Heiligen Geist, und damit auf Gott, zurück.
Entscheidend sind die beiden griechischen Begriffe <hüpo pneumatos hagiou pheromenoi> „getrieben vom Heiligen Geist“ und <theopneustos> „von Gottes Geist eingehaucht“. Auf dieser Grundlage wurde in der Theologie schon zur Zeit der Kirchenväter die Lehre von der sog. „Inspiration“ (lateinisch: „Geisteinhauchung“) der Bibel aufgestellt, wenn auch noch nicht so systematisch wie später insbesondere zur Zeit der Reformation und Orthodoxie (16./17.Jh.). Sie besagt, dass der Heilige Geist, die dritte Person der göttlichen Dreieinigkeit (Trinität) als der eigentliche Autor der Bibel anzusehen ist.
Bei Texten die ein grosses Alter haben, sind Hinweise zum Verständnis bei anderen Schriftstellern aus der Zeit ihrer Entstehung oder kurz danach besonders hilfreich, denn solche Menschen sind von ihrer Denkart her einfach viel näher am Text als wir heute und können ihn deshalb aus seiner Zeit und seiner Entstehungsgeschichte heraus adäquater (= angemessener, entsprechender, übereinstimmender) interpretieren. Deshalb ist es nicht ohne Bedeutung zu sehen, wie die sog. „Kirchenväter“, die christlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte, über die Bibel geschrieben haben. Hier einige wenige Muster zum Thema Inspiration: Irenäus (gest. 202) sagte: „Die Schrift ist vollkommen, weil sie von Gottes Wort und seinem Geist gesprochen ist.“ Origenes (gest. 254) schrieb: „Die Heilige Schrift kommt aus der Fülle des Heiligen Geistes, so dass im Gesetz, in den Propheten, im Evangelium oder in den Schriften der Apostel es nichts gibt, das nicht der göttlichen Zustimmung unterliegt.“ Gregor von Nazianz (gest. 309) sagte: „Die kleinsten Linien der Schrift stammen vom Heiligen Geist. Also haben wir die geringsten Schattierungen des Sinnes zu beachten.“ Und Augustin (gest. 430) meinte: „Die ganze Schrift ist mit dem Finger Gottes geschrieben worden, nämlich durch den Heiligen Geist, der die Gottesmänner erfüllte.“
Natürlich haben Menschen die Worte zu Papier gebracht, schriftlich fixiert, aber für den Inhalt ist der Heilige Geist (Gott) verantwortlich, der die Menschen dazu getrieben und inspiriert hat (inspiriert im Sinne von: die Gedanken eingehaucht). Es ist mit der Abfassung der Bibel also ähnlich wie mit Jesus Christus, von dem in den christlichen Bekenntnissen bezeugt wird, dass er gleichzeitig 100% Mensch und 100% Gott war (Zweinaturenlehre). So ist auch die Bibel gleichzeitig 100% Menschenwort (denn jeder der gut 40 verschiedenen biblischen Schriftsteller hat einen von den andern klar unterscheidbaren Schreibstil) und 100% Gotteswort, denn für den Inhalt zeichnet der Heilige Geist verantwortlich.
Wenn die Bibel vom Heiligen Geist inspiriert ist, so ist davon auszugehen, dass sie in allen ihren Passagen inhaltlich wahr ist und auch ohne Widersprüche in sich, denn Gott ist Wahrheit und ohne Widerspruch in sich selbst, im Gegensatz zu uns Menschen. Wäre sie das nicht, so wäre es unmöglich, die Bibel als Grundlage für irgendetwas zu gebrauchen, weil wir nie sicher wüssten, ob das gerade Gelesene nun stimmt oder nicht. Tatsache ist, dass aber noch nie eine archäologische, textkritische oder naturwissenschaftliche Entdeckung gemacht wurde, die die biblischen Texte explizit und zwingend als falsch erweisen würde.
Natürlich gilt die Inspiration streng genommen nur für die Originalschriften der biblischen Bücher (Autographen), die wir bis heute nicht besitzen. Das ist aber nicht weiter schlimm, und auch kein Grund, deswegen an den heutigen Bibelausgaben zu zweifeln, denn die Textkritik zeigt in ganz überwältigender Weise, dass bei der Überlieferung der Texte praktisch keine Fehler passiert sind, die von inhaltlicher Bedeutung sind. Es gibt keinen Text aus der gesamten, weltweiten Antike, der auch nur annähernd mit solcher Qualität und in einer solchen Quantität überliefert worden ist wie der Bibeltext.
Was ergibt sich aus diesen Grundsätzen und Feststellungen nun für die konkreten Regeln der Auslegung?
1. Wenn sich Gott schon die Mühe macht, seinen Willen schriftlich für uns Menschen festzuhalten, so ist davon auszugehen, dass er will, dass wir diese Texte auch verstehen. Um einen Text verstehen zu können, ist davon auszugehen, dass er im Normalfall so, wie er dasteht, zu verstehen ist. Daraus ergibt sich die erste Regel der Interpretation für Texte im Allgemeinen und der Bibel im Besonderen: Ein Text ist so lange grammatikalisch und historisch wörtlich (im Literalsinn) zu verstehen, als nicht zwingende Gründe für eine symbolische Interpretation vorliegen. Ohne dieses Prinzip wäre es unmöglich, beispielsweise eine Zeitung oder ein Geschichtsbuch zu verstehen.
1.a) Ob ein Wort oder ein Satz nicht wörtlich, sondern symbolisch zu verstehen ist, entscheidet sich einerseits am konkreten Umfeld, in dem er steht (Kontext), und andererseits im Vergleich aller Stellen seines Auftretens. Dazu ein Beispiel: Das im Schöpfungsbericht in 1.Mose 1 verwendete hebräische Wort für Tag <yom> kann in der Bibel tatsächlich bisweilen symbolisch gebraucht werden, allerdings (wie die Analyse aller sonstigen Stellen, an denen es vorkommt, zeigt) nie, wenn es durch eine Zahl oder durch die begleitende Formulierung „Abend und Morgen“ näher bestimmt wird, also folglich auch nicht im Schöpfungsbericht.
2. Ein Text sollte, bevor fremde Gedanken an ihn herangetragen werden, immer im eigenen Licht betrachtet werden, aus sich selbst heraus erklärt werden. Dies gilt insbesondere im Falle der Bibel, die als einziges Buch der Welt behauptet, den Heiligen Geist als Autor zu haben, und infolgedessen einzigartig ist. Ein alter Grundsatz der Bibelauslegung lautet deshalb, und das ist die zweite Regel der Interpretation, dass die Bibel sich selbst auslegt. Die Reformatoren prägten diesen Satz: <sacra scriptura sui ipsius interpres> (lateinisch: „Die heilige Schrift ist ihr eigener Ausleger“).
2.a) Um einen bestimmten Abschnitt der Bibel besser zu verstehen, ist es also unsere erste Aufgabe, a) innerhalb der Bibel nach ähnlichen Abschnitten (z.B. gleiche Wortvorkommen) zu suchen, um ein umfassenderes Bild von der Sache zu bekommen (man nehme wieder das Beispiel <yom> von oben), b) und ihn auch in den Gesamtrahmen von allen Büchern des Alten und Neuen Testamentes einzubetten. Wichtig ist dabei, dass die weniger klaren Stellen im Lichte der leichter verständlichen interpretiert werden und nicht umgekehrt.
2.b) Nirgends in der Bibel gibt es einen Hinweis darauf, sie im Sinne einer bestimmten, wahrheitsmässig über ihr stehenden Weltanschauung (z.B. Evolutionstheorie, Humanismus, Dialektik, Marxismus, historisch-kritische Methode, Kirchenlehre, menschliche Vernunft, Naturgesetze) zu interpretieren, wie es heute leider häufig gemacht wird.
Die Lehre von der Inspiration der Bibel bedeutet auch, dass die Bibel als Ganzes Gottes Wort ist. Sie enthält es nicht nur teilweise, sondern sie ist es von der ersten bis zur letzten Seite, also auch dort, wo sie naturwissenschaftliche oder archäologisch relevante Aussagen macht. Deshalb sind insbesondere auch die Kapitel 1-11 von 1.Mose, die die Berichte von der Erschaffung der Welt und des Menschen, von Paradies und Sündenfall und von der Sintflut enthalten, Gottes Wort, das die Wahrheit sagt. Niemand von uns war damals dabei, aber diese Kapitel sind quasi ein Augenzeugenbericht, denn der, der diese Berichte verfasst hat, Gott, ist identisch mit dem, der alles erschaffen hat. Die Bibel enthält nicht menschliche Berichte über menschliche Vorstellungen über Gott oder die Entstehung der Welt, sondern Gott selber zeigt in ihr, wer er ist und wie er alles gemacht hat.
Ebenfalls wichtige Hinweise zum Verständnis eines Textes erhält man aus dem Wissen aus der Biografie des Autors. Je genauer man den Autor kennt, desto eher kann man sich vorstellen, ob eine Interpretation zu seiner Person, seinen Aussagen in anderen Werken, zu seiner Einstellung passt. Der Autor der Bibel ist nach ihrem Selbstzeugnis Gott. In diesen Schriftstücken, entstanden zwischen 1500 v.Chr. und 100 n.Chr., stellt er sich uns Menschen vor. Wir bekommen Informationen über seinen Charakter, über die Art und Weise seines Denkens und Handelns. Dies erlaubt uns in einem gewissen Masse, Rückschlüsse zu ziehen, auf die Art, wie die Texte von der Schöpfung zu verstehen sind. Zum Beispiel berichten die Evangelien, dass Jesus Christus, der Mensch gewordene Sohn Gottes, Kranke durch das Aussprechen eines einfachen Befehls gesund gemacht hat, kraft seines Wortes. Er steht offensichtlich über den Naturgesetzen und schafft durch das gesprochene Wort materielle Wirklichkeit. Nach dem gleichen Prinzip ging Gott schon bei der Schöpfung vor: er sprach und es geschah (sh. 1.Mose 1). Jesus Christus hat ausserdem das AT inhaltlich immer bestätigt, er hat die Texte des AT, auch 1.Mose 1-11, nie in Frage gestellt oder für ungültig erklärt (Matthäus 5,17-19; 19,3-5; 23,34-35; Lukas 3,37-38), im Gegensatz zu den Interpretationen des Alten Testaments der Theologen seiner Zeit, die er öfters heftig kritisiert hat.
Fazit: Wer die Bibel in ihren Aussagen über sich selbst ernst nimmt und sie nicht absichtlich mit der Brille irgendeiner Ideologie liest, kommt nicht darum herum, sie in allen ihren Teilen als Wahrheit anzuerkennen. Ihr Autor ist der Heilige Geist (Gott). Deshalb braucht sie keine Hilfsmittel, um interpretiert und verstanden zu werden. Sie erklärt sich aus sich selbst heraus. Deshalb sind für uns von ProGenesis auch die Aussagen der Bibel, die naturwissenschaftlichen Fragen betreffen, völlig vertrauenswürdig.
Pfr. Marcel Wildi, lic. theol.